Auf steigende Volatilitäten setzen

23. Juni 2014, 08:09
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UBS-Forward One Year Europe Volatility-Index

Die Volatilität oder Schwankungsbreite einer Geldanlage – mathematisch ausgedrückt als die annualisierte Standardabweichung der täglichen Rendite eines Finanzinstruments – gibt Aufschluss über das Risiko eines Investments. Misst man die Volatilität einer vergangenen Kursentwicklung, gelangt man zur historischen Volatilität. Die für die Zukunft erwartete Volatilität kann aus den aktuell gehandelten Preisen von Optionen ermittelt werden (implizite Volatilität). Die Preise von Call- und Put-Optionen steigen immer dann, wenn die Unsicherheit bezüglich der zukünftigen Entwicklung wächst. Empirisch ist dies besonders in fallenden Aktienmärkten zu beobachten. Volatilität korreliert also deutlich negativ mit den Aktienmärkten – dies macht sie nach der Portfoliotheorie zu einer interessanten Anlageklasse, die sich zur Absicherung der klassischen Aktienanlagen eignet.

Fokus auf längere Laufzeiten minimiert Rollverluste

Wer als Privatanleger auf Volatilität setzen möchte, stößt bei der Suche nach geeigneten Produkten schnell auf Probleme: Die klassische Long-Volatilitätsposition mittels Optionen bedarf nicht nur einer Absicherung mit Aktien (Kennzahl: Delta), sondern vor allem einer permanenten Anpassung dieser Absicherungsposition (Kennzahl: Gamma). Wird diese vernachlässigt, findet man nämlich unversehens neben der isolierten Volatilitätsposition eine direktionale Aktienposition und konterkariert damit u.U. das eigentliche Absicherungsvorhaben. Es ist leicht ersichtlich, dass die Optionsstrategie sehr transaktionskostenintensiv ist. Investments in Futures auf Volatilität (etwa auf den VSTOXX oder VIX) ziehen nicht nur Margin-Verpflichtungen nach sich; sie sind oft nur in kurzen Laufzeiten liquide handelbar und bedürfen daher ständiger Roll-Transaktionen in längere Laufzeiten. Wie aus dem Rohstoffmarkt bekannt, entstehen bei einer steigenden Terminkurve (Contango) dann permanent Rollverluste. Daher setzt die UBS mit dem Open End-Zertifikat auf den hauseigenen UBS-Forward One Year Europe Volatility Total Return-Index (ISIN DE000UB5V0L7) auf die längeren Futures-Fälligkeiten – hier verläuft die Terminkurve deutlich flacher, weshalb geringere Rollverluste entstehen. Da implizit ein zweijähriger VSTOXX-Dezember-Kontrakt gekauft und ein einjähriger dagegen verkauft wird, muss der Anleger wissen, dass er nicht die aktuelle Marktvolatilität kauft, sondern in die Termin- oder Forward-Volatilität investiert – beide können, müssen sich aber nicht kongruent entwickeln, auch gegenläufige Tendenzen sind denkbar. Die Rolltransaktion findet einmal jährlich vor der Dezember-Fälligkeit statt.

ZertifikateReport-Fazit: Zwar reagieren die kurzfristigen Volatilitäten stärker auf Marktveränderungen als die langfristigen; gerade für eine längerfristige Beimischung zur Portfoliodiversifikation dürfen aber Transaktions- und Rollkosten nicht außer Acht gelassen werden, was für das UBS-Produkt spricht. Die Managementgebühr liegt bei 0,75 Prozent p.a.

Dieser Beitrag stellt keinerlei Empfehlung zum Kauf oder Verkauf des EuroStoxx50-Index oder von Anlageprodukten auf den EuroStoxx50-Index dar. Für die Richtigkeit der Daten wird keine Haftung übernommen.

Walter Kozubek ist Mitarbeiter des ZertifikateReports und HebelprodukteReports. Die kostenlosen PDF-Newsletter erscheinen wöchentlich.Weitere Infos: www.zertifikatereport.de und www.hebelprodukte.de.

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