Kleine Helden

22. Juni 2014, 17:51
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Global 2000 und Greenpeace haben Konkurrenz bekommen. Die Fifa kämpft nämlich nicht nur gegen Diskriminierung, Korruption und für Frieden, nein, sie setzt konkrete Maßnahmen gegen den Klimawandel und die Erderwärmung. Auch die schmelzenden Gletscher dürften ihr ein Dorn im Auge sein, wobei es in Brasilien auch keine nichtschmelzenden gibt. Die tägliche Informationsveranstaltung im Maracanã hatte das Thema "Nachhaltigkeit, Umwelt und soziale Verantwortung" zum Inhalt.

Ja, der Müll, der nach einem Spiel übrig bleibt, wird getrennt. Und man legt Wert darauf, dass die Menschen mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu den Stadien fahren.

Anderes Thema. Es gibt sie, die kleinen Helden, in diesem Fall eine kleine Heldin. Der offizielle Fifa-Fanshop an der Copacabana ist der ideale Ort, um Geld zu vernichten. 1300 Menschen passen gleichzeitig rein. Eine Falle. Das Kind daheim hat das Recht auf ein Mitbringsel, ein Originaldress der Seleção soll es sein. Die heutige Jugend lehnt billigere Fälschungen ab. An der Kasse Nummer 24 stand sie, die Heldin. Der Mann hätte eigentlich mit Visa (Hauptsponsor) zahlen müssen, hatte aber nur Mastercard (kein Hauptsponsor). Die Heldin sagte: "Ist doch egal, Geld ist Geld."

Ob sie nicht Joseph S. Blatter um Erlaubnis bitten müsse, fragte der verblüffte Kunde. "Wer ist Blatter? Zahlen Sie bitte, die Schlange hinter Ihnen wächst." Vielleicht ist die Welt gar nicht so schlecht. Irgendwann, so die Vision, werden Menschen nicht mehr nach Kreditkarten beurteilt. Plastik ist Plastik. Es bedarf freilich mehrerer kleiner Helden, hunderter, tausender. Dann gerät Blatter ins Wanken. (Christian Hackl, DER STANDARD, 23.6.2014)

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