Ein Stück Ghana in Wien 

Blog22. Juni 2014, 16:03
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Beim Spiel Ghana gegen Deutschland kochten die Emotionen hoch: In Wien wurde Lautstark mitgefiebert – ein Augenschein aus dem Afro-Asiatischen-Institut

Kojo Taylor glaubt an das Verbindende im Viel-Ethnien-Staat Ghana. Diese Verbindung ist heute in Form der Nationalmannschaft zu bestaunen, sie ist der "Brückenbauer“, sagt er mit freundlicher Stimme.

In der Mensa des Afro-Asiatischen-Instituts haben sich an die vierzig Ghana-Fans getroffen um sich die Black-Stars, so wird Ghanas Fußballmannschaft von Fans liebevoll genannt, gegen Deutschland anzusehen. Zuvor wurde ein Treffen organsiert, die Ghana-Union dessen Vorsitz Tylor inne hat, traf sich, um über Vereinsinteressen zu sprechen. "Ich freue mich, dass viele der Einladung gefolgt sind, im Anschluss das Spiel zu sehen“, bekundet er.

khakpour & puktalovic

Ältere sind gekommen, aber auch viele junge. Einer davon ist Dodji Aziahome: „Vor dem Spiel war ich schon sehr aufgeregt, habe ein bissl gebetet, aber jetzt schaut es gut aus“, erklärt er. Unter den Sehern finden sich auch eine Handvoll Freunde und Verwandte und ein paar Deutschland Fans.

Viel Emotion und positives Bild

Es ist eine Partie voller Emotionen, jeder Schuss in Richtung Tor, jeder Angriff wird mit einem Aufschrei gewürdigt, die Stimmung scheint sehr impulsiv, die Freude überwiegt.

Heute zählt was Ghana auf dem Fußballplatz zeigt, die Mannschaft ist gut auf den Favoriten Deutschland eingestellt. Die Mannschaft steht aber nicht nur für den fulminanten Fußball den sie spielt, sondern auch für ein anderes Bild über das afrikanische Land, das nur unzureichend oder verzerrt in den Medien dargestellt wird.

"Der Fußball ist ein Mittel der dazu führt, das Ghana ein positives Bild nach außen bekommt“, sagt Gertrud Aquea Lamptey. Das jetztige Bild das in den Medien vorherrscht sei leider sehr einseitig, gibt sie zu bedenken: "In den österreichischen Medien wird viel über afrikanische Drogendealer und Prostitution gesprochen, das ist eine unfaire Darstellung und Schwarze Menschen kommen dabei gar nicht zu Wort“, erzählt sie.

Identitäten

Ghana ist für die jungen Ghanaer in Wien mehr als nur das Land aus dem ihre Eltern oder ein Elternteil stammt, blickt man in dieGesichter der jungen Generation, dann erkennt man diese subtile Mehrschichtigkeit: Österreicher und Ghanaer, Europäer und Afrikaner, beides sind sie und beides liegt ihnen am Herzen.

"Wenn Österreich spielen würde, wären alle hier in diesem Raum genauso auch für Österreich“, sagt Dodji Aziahome. Heute sind es aber die Black Stars aus Ghana, das sportliche Hoffnungen weckt. Nach dem Spiel scheint vor dem Spiel zu sein, jedenfalls freuen sich die Fans auf das letzte Aufeinandertreffen in der Gruppe G, wie Ghana. (Text und Video: Toumaj Khakpour und Siniša Puktalović, 22. Juni 2014, daStandard.at)

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