Streit um Betrug bei Präsidentenwahl in Afghanistan verschärft sich

22. Juni 2014, 14:58
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Der afghanische Präsidentschaftskandidat Abdullah legt angebliche Beweise vor, dass die Wahl gegen ihn beeinflusst wurde

Kabul - Gut eine Woche nach der Stichwahl für das Präsidentenamt in Afghanistan verschärft sich der Streit um möglichen Wahlbetrug. Der Sieger der ersten Wahlrunde, Ex-Außenminister Abdullah Abdullah, legte am Sonntag in Kabul Audio-Aufnahmen vor, die nach seinen Worten Manipulationen der Wahlkommission zugunsten seines Kontrahenten Ashraf Ghani belegen sollen.

Die Wahlbeschwerdekommission (ECC) kritisierte, in einigen Provinzen kooperiere die Wahlkommission (IEC) nicht wie vorgeschrieben bei der Aufklärung von Betrugsvorwürfen. Die IEC forderte die ECC auf, die betroffenen Provinzbüros zu benennen.

Hunderte Anhänger Abdullahs demonstrierten am Samstag in Kabul gegen Wahlbetrug. Dabei blockierten einige Unterstützer des Politikers die Straße zum internationalen Flughafen, im Stadtzentrum blieben Geschäfte und Märkte geschlossen. Die Proteste seien friedlich geblieben, sagte ein Polizeisprecher.

Keine Anerkennung

Abdullah hatte am Donnerstag damit gedroht, das Wahlergebnis nicht anzuerkennen. Am Tag zuvor hatte er einen sofortigen Stopp der Stimmenauszählung verlangt, was die IEC ablehnte.

Abdullah war bei der Stichwahl am 14. Juni gegen den früheren Finanzminister Ghani angetreten. Auch Ghani hat Wahlbetrug moniert. Abdullah hatte die erste Wahlrunde am 5. April mit 45 Prozent der Stimmen gewonnen, die absolute Mehrheit aber verfehlt. Ghani war auf 31,6 Prozent gekommen.

Die IEC wollte ursprünglich am 2. Juli ein vorläufiges und am 22. Juli ein Endergebnis verkünden. Die Amtseinführung des Nachfolgers von Präsident Hamid Karzai ist bisher für den 2. August geplant. (APA, 22.6.2014)

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