Schiitische Freiwillige marschieren in Bagdad auf

21. Juni 2014, 22:55
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17 Tote bei Kämpfen zwischen Jihadisten-Gruppen im Nordirak

Bagdad/Damaskus - Im Irak haben die Schiiten am Samstag mit martialischen Paraden ihre Entschlossenheit im Kampf gegen die radikal-islamischen Gruppe ISIS demonstriert. Im Bagdader Stadtteil Sadr City paradierten tausende Kämpfer mit Schusswaffen. ISIS-Kämpfer nahmen indes laut Sicherheitskreisen einen wichtigen Grenzposten zu Syrien ein. Bei Kirkuk starben 17 Menschen bei Kämpfen sunnitischer Jihadistengruppen.

Ähnliche Paraden fanden in mehreren großen Städten im schiitischen Kernland im Südirak statt: in Basra, Najaf und Kut. Die Sicherheitskräfte kündigten eigene Machtdemonstrationen im Norden von Bagdad an. 2008 hatten die gefürchteten Milizen Moktada al-Sadrs, die am Samstag in Sadr City paradierten, noch gegen die von den US-Streitkräften unterstützen Regierungstruppen gekämpft. Damals drohte al-Sadr mit einem "offenen Krieg" im Irak. Hunderte Menschen kamen bei den Kämpfen ums Leben.

ISIS beherrscht Teile Nordiraks

Sechs Jahre später sind ihre Gegner Jihadisten, die eine heterogene Allianz mit anderen sunnitischen Islamisten und ehemaligen Getreuen des gestürzten und später hingerichteten früheren irakischen Machthabers Saddam Hussein gebildet haben. Angeführt wird diese Allianz von der Terrorgruppe Islamischer Staat im Irak und in Großsyrien (ISIS). Die sunnitischen ISIS-Kämpfer eroberten in den vergangenen eineinhalb Wochen weite Teile des Nordirak.

Grenzposten erobert

Nun soll ihnen ein weiterer wichtiger Schlag gegen die Regierungstruppen gelungen sein. Wie aus irakischen Sicherheitskreisen verlautete, rückten sie in die Stadt al-Kaim nahe der syrischen Grenze ein und verjagten die dortigen Sicherheitskräfte. Als die einige Kilometer entfernt stationierten Grenztruppen vom Fall der Stadt erfahren hätten, seien sie geflüchtet. Al-Kaim ist einer von nur drei offiziellen irakisch-syrischen Grenzübergängen. Wie das Nachrichtenpotrtal "Sumaria News" am Sasmstag meldete, eroberten die Jihadisten neben Al-Kaim auch die Orte Ana und Raua.

Bei Kämpfen innerhalb der Jihadisten-Allianz wurden in der Region Kirkuk am Samstag 17 Menschen getötet. Isis-Kämpfer und Kämpfer der Jaish al-Tarika al-Nakshbandia (JRTN) richteten in Hawiya die Waffen aufeinander. Ein Vertreter der Sicherheitskräfte sagte, die JRTN-Rebellen hätten sich geweigert, wie von der Isis gefordert ihre Waffen niederzulegen. Laut Zeugen war dagegen ein Streit wegen mehrerer Öl-Tanklastwagen Auslöser der Gewalt.  (APA, 21.6.2014)

  • Mitglieder der neu gegründeten "Friedensbrigaden" in Sadr City, Bagdad, 21. Juni 2014
    foto: ap/khalid mohammed

    Mitglieder der neu gegründeten "Friedensbrigaden" in Sadr City, Bagdad, 21. Juni 2014

  • Auf dem Transparent steht "Nein zu Amerika, Nein zu Israel, Nein zum Terrorismus, Nein zu ISIS"
    foto: photo/karim kadim

    Auf dem Transparent steht "Nein zu Amerika, Nein zu Israel, Nein zum Terrorismus, Nein zu ISIS"

  • Muktada al-Sadrs "Mehdi-Armee" marschierte mit Sprengstoffwesten
    foto: reuters

    Muktada al-Sadrs "Mehdi-Armee" marschierte mit Sprengstoffwesten

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