Lloyds-Tochter und Euronext wollen aufs Parkett

20. Juni 2014, 18:07
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Während in London der TSB-Kurs am ersten Handelstag nach oben kletterte, gab es in Paris lange Gesichter bei den Investoren

London/Paris - Die Börsendebüts von TSB (britische Filialtochter der Lloyds Bank) und Euronext hätten kaum unterschiedlicher ausfallen können. Während die TSB-Aktien am Freitag an der Londoner Börse um bis zu 15 Prozent nach oben schossen, büßten die Papiere der Mehrländerbörse Euronext gleichzeitig in Paris zum Handelsauftakt drei Prozent ein.

Lloyds musste die 631 TSB-Filialen auf Geheiß der EU verkaufen, die US-Börse Intercontinental Exchange (ICE) hatte nach der Übernahme der transatlantischen Nyse Euronext kein Interesse an den Aktienhandelsplätzen in Paris, Amsterdam, Brüssel und Lissabon. Gemeinsam ist den beiden Emissionen nur eins: Der Erlös geht an die Altaktionäre, TSB und Euronext selbst gehen leer aus.

Zehnmal so viele Kaufaufträge

Finanzkreisen zufolge lagen für TSB mehr als zehnmal so viele Kaufaufträge vor als Lloyds erfüllen konnte. Lloyds stockte das Volumen des TSB-Börsengangs wegen der hohen Nachfrage deutlich auf. Statt von 25 Prozent trennt sich die britische Großbank von bis zu 38,5 Prozent der TSB-Anteile. Insgesamt wird TSB zum Ausgabepreis mit 1,3 Mrd. Pfund bewertet. Die Trennung von TSB war für Lloyds der Preis dafür, dass die Bank in der Finanzkrise gerettet wurde. Der Staat ist noch mit 25 Prozent beteiligt.

Bei der Euronext nutzte die ICE die Gelegenheit, trotz des verhaltenen Interesses an den Aktien der Börse, praktisch ganz auszusteigen. Wenn die Platzierungsreserve verkauft werden kann, haben die Amerikaner gut zwei Drittel der Anteile für 929 Mio. Euro verkauft. Insgesamt kommt die Euronext damit auf einen Börsenwert von rund 1,4 Mrd. Euro. (Reuters, DER STANDARD, 21.6.2014)

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