Zwerggalaxien füllten das junge Universum mit neuen Sternen

22. Juni 2014, 12:00
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Hubble-Beobachtungen zeigen, dass kleine Galaxien ihre Sternenmasse zehnmal so schnell verdoppelten wie große Galaxien

Garching - Das Entstehen neuer Sterne im frühen Universum haben Zwerggalaxien offenbar noch weitaus stärker vorangetrieben als bisher angenommen: Darauf deuten Beobachtungen eines internationalen Forscherteams mit dem Weltraumteleskop Hubble hin. Der Schweizer Wissenschafter Hakim Atek spricht von einer "überraschend wichtigen Rolle" dieser frühen kleinen Galaxien.

Astronomen gehen davon aus, dass sich der Großteil der Sterne im Zeitraum von zwei bis sechs Milliarden Jahren nach dem Urknall bildete - also in der Frühzeit des knapp 14 Milliarden Jahre alten Universums. Bisher konnten Forscher in einer Entfernung, die einem Einblick in jene Epoche entspricht, nur mittlere und große Galaxien mit hohen Sternentstehungsraten - sogenannte Starburst-Galaxien - unter die Lupe nehmen.

Geburtenboom

Mit Hilfe des "Wide Field Camera 3" von Hubble gelang ihnen nun auch die Untersuchung von Starburst-Zwerggalaxien. Dabei handelt es sich um Sternsysteme mit kleiner Masse, die es im frühen Universum in großer Zahl gab.

"Diese Galaxien bilden Sterne so schnell, dass sie ihre gesamte Sternenmasse in nur 150 Millionen Jahren verdoppeln können", erklärte der Schweizer Forscher Jean-Paul Kneib, Co-Autor der neuen Studie. "Ein solcher Massenzuwachs in normalen Galaxien würde zwischen einer und drei Milliarden Jahre dauern." (APA/red, derStandard.at, 22. 6. 2014)

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