Wie retten wir das Bundesheer? 

Kolumne20. Juni 2014, 19:38
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Hansi Hinterseer im Dienst der Zivilverteidigung

Das waren halt noch Zeiten! Jedes Mal, wenn der Krisenkolumnist zurück an das Bundesheer denkt, überkommt ihn ein wohlig warmer Schauer der Nostalgie. Was für ein Spaß, wenn ein Ausbildner die schönsten misogynen Scherze der Neuzeit zum Besten gab! Und erst jener für seinen Humor bekannte Witzeleutnant, der auf unsere Frage, wie man denn einen Panzer möglichst effizient abwehre, antwortete: "Einfach am Röhrl packen und über die Schulter werfen!"

Welch Vergnügen, wenn uns ein dauerfrustrierter Wachtmeister die Eier schliff, dass die Funken nur so stoben ("Wer sudert, wird pudert")! Und hat uns das alles geschadet? Natürlich nicht. Das Bundesheer ist ein nötiger Durchgangsschritt, ohne den die Entwicklung vom Knaben zur voll ausgeprägten Mannbarkeit nicht zu haben ist. Da muss man durch, liebe Freunde (außer man ist ein Warmduscher und meldet sich zum Zivildienst)!

Großer Missmut also, dass das Bundesheer momentan unter brutalem Sparzwang steht. Vorbei die Ära, da ein Kanzler wie der wehrhafte Schüssel-Wolfi nach dem Motto "Koste es den Steuerzahler, was es wolle", einen Eurofighter nach dem nächsten bestellen konnte; als ginge es um eine Capricciosa beim Pizzaboten. Heute wird jede Woche eine Kaserne verscherbelt, und nicht einmal für ein paar ordentliche Eierhandgranaten ist genug Geld da. Wer soll uns jetzt aber vor marodierenden Magyaren, ungustiösen Ukrainern oder aus dem Osten einfallenden Esten beschützen?

Unser Land wird wohl nur noch zu retten sein, wenn wir sämtliche zivilen Ressourcen mobilisieren, die sich für den nationalen Widerstand einsetzen lassen. Ein Super-Asset ist unser Verteidigungsminister selbst: Er vermag seine Befehle in einem solch extravaganten Deutsch formulieren, dass nicht einmal die NSA sie entschlüsseln kann. Weitere Abschreckungsmaßnahme: Die Bundesregierung droht damit, alle potenziellen Kriegsgefangenen in die Obhut der österreichischen Justizverwaltung zu geben und in den "Verwesungsknast Stein" (das Schweizer Boulevardblatt Blick) einzuliefern.

Und unsere schärfste Geheimwaffe: An der Grenze wird eine Freiluftbühne aufgebaut, auf der Hansi Hinterseer und DJ Ötzi in Richtung des herannahenden Feindes ihre größten Hits absingen. Ob das allerdings mit den Genfer Konventionen vereinbar ist, ist mehr als fraglich. (Christoph Winder, Album, DER STANDARD, 21./22.6.2014)

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