Justizanstalt Stein: Häftling nach zu heißem Bad verstorben

20. Juni 2014, 13:40
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Staatsanwaltschaft schließt Fremdverschulden aus, Verfahren seit April eingestellt

Krems/Stein - In der Justizanstalt Stein in Niederösterreich ist ein Häftling nach einem zu heißen Bad verstorben. Der Vorfall ereignete sich laut Staatsanwaltschaft bereits im Februar 2013, im September 2013 erlag der Mann schließlich seinen Verletzungen.

Im Mai dieses Jahres war der Fall eines verwahrlosten Häftlings in der Justizanstalt bekannt geworden. Zudem nahm sich dort wenig später ein Insasse das Leben.

Zu heißes Wasser

Zu der "Selbstschädigung des Insassen" war es am 16. Februar 2013 in der Sonderkrankenanstalt des Gefängnisses gekommen, sagte Franz Hütter von der Staatsanwaltschaft Krems und bestätigt damit einen Bericht der Gratiszeitung "Heute". "Der Mann befand sich in einer Badewanne mit geringem Wasserstand, als eine Krankenschwester das Zimmer kurz verließ, um frische Kleidung zu holen. Währenddessen ließ der 58-Jährige heißes Wasser ein", so Hütter.

Behandlung im Krankenhaus

Als die Krankenschwester zurückkam, habe sie das Wasser abdrehen wollen, sei aber vom Häftling daran gehindert worden. Er habe sich in der Folge schwere Verbrennungen zugezogen und sei unter anderem im Landesklinikum St. Pölten behandelt worden. Die Staatsanwaltschaft Krems nahm daraufhin Ermittlungen auf, laut Hütter wurde das Verfahren im April eingestellt.

Fremdverschulden ausgeschlossen

Der Mann starb am 27. September 2013 in der Justizanstalt. "Die Obduktion ergab, dass er nach den Verbrühungen und dem Hinzutreten von schweren Komplikationen an einem Herz-Kreislauf-Versagen gestorben ist", so Hütter. Fremdverschulden wurde ausgeschlossen.

Ein Sprecher der Justizanstalt Stein sagte zu derStandard.at am Freitag, der Häftling habe das Wasser unerlaubterweise eingelassen, eine Anzeige habe schließlich zu den Ermittlungen geführt. Es sei bedauerlich, was passiert sei. (APA/red, derStandard.at, 20.6.2014)

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