Mercedes dominiert im Spielberg-Training

20. Juni 2014, 16:22
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Rosberg und Hamilton geben bei beiden Trainingssessions in der Steiermark den Ton an, Vettel lernt die Zielkurve kennen

Spielberg - Seit 20 Sekunden nach zehn Uhr am 20. Juni 2014 wird in Spielberg wieder Formel 1 gefahren. Felipe Massa drehte mit seinem Williams die erste Installationsrunde und beendet damit die zehnjährige F1-Pause. Die erste Bestzeit gehörte Nico Rosberg, der in 1:11,295 Minuten seinen Mercedes-Teamkollegen Lewis Hamilton um 0,140 Sekunden distanzierte. Im zweiten Training legte Ex-Weltmeister Lewis Hamilton nach und erzielte 1:09,542 Minuten deutlich vor seinem Teamkollegen und WM-Leader Nico Rosberg Bestzeit.

Die von Ferrari-Star Fernando Alonso angeführte Konkurrenz lag am Nachmittag bereits fast eine Sekunde hinter dem Mercedes-Duo. Weltmeister Sebastian Vettel fehlten als Sechstem auf dem kurzen Berg- und Talkurs 1,265 Sekunden auf Hamilton. Kanada-Sieger Daniel Ricciardo wurde im zweiten Red Bull vor zehntausenden Besuchern Achter.

Schon am Vormittag legten die beiden Red-Bulls Einen klassischen Fehlstart hin. Sowohl Vettel als auch Ricciardo blieben weit unter den Erwartungen und fabrizierten auf dem noch extrem rutschigen Red-Bull-Ring Ausritte. Vettel geriet im ersten Training Ausgangs der Schlusskurve sogar ins Gras und hatte bei der folgenden doppelten Pirouette Riesenglück, dass er mit seinem RB10 nicht an den Leitplanken anschlug.

"Wenig Grip, schöne Dreher"

Bei bedeckter Himmel und 13 Grad gab auf noch trockene Strecke zunächst Hamilton das Tempo vor. Stellenweise leichter Regen machte den noch rutschigen Ring aber noch unberechenbarer, kaum ein Pilot musste nicht zumindest ein Mal in die Wiese oder die Auslaufzone. Rosberg musste wegen einer kaputten Kühlpumpe zudem länger an die Box, kehrte dann aber mit Bestzeit zurück.

"Wenig Grip, schöne Dreher, man kann wenig sagen. Wenn es wärmer wird und Gummi auf die Strecke kommt, wird es sicher schneller", lautet das erste Resümee von Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff. Dass auf der nur 4,3 Kilometer "kurzen" Power-Strecke gleich acht der ersten zehn Autos mit Mercedes-Motoren unterwegs waren, bezeichnete Wolff als "akademisch". Der Defekt am Rosberg-Auto sei trotz der Kanada-Panne kein Grund zu Besorgnis. "Das kriegen wir in den Griff."

Red Bull hinkt

Katerstimmung herrschte hingegen bei Red Bull Racing. Mit rund eineinhalb Sekunden Rückstand lagen Ricciardo (13.) und Vettel (15.) sogar hinter beiden Autos des Schwesternteams Toro Rosso. "Wir sind meilenweit weg von dem, wo wir hinwollen", bemängelte Berater Helmut Marko Abstimmungsprobleme und die "überhaupt nicht funktionierenden" Reifen. "Sebastian hatte zudem Riesenglück, dass er nicht in der Leitplanke gelandet ist."

Wie nicht nur von Marko vermutet, präsentierte sich der Red Bull Ring als durchaus schwierig. Nach zwei Stadt-Rennen auf Meeresniveau (Monaco, Montreal) wird in Spielberg auf über 600 Metern Seehöhe gefahren. Schwierig auch deshalb, weil immer wieder einsetzender Nieselregen den Asphalt noch rutschiger machte. "Ich habe noch nie so viele Ausrutscher im ersten Training gesehen", meinte Marko.

Dennoch bekamen tausende mit Regenschirmen ausgerüsteten Fans relativ viel zu sehen. Alleine in der ersten halben Stunde hatten alle 22 Autos mehrere Runden gedreht, um die für die meisten Piloten neue Strecke kennenzulernen. Dass Rosberg mit dem neuen Turbo-Hybridauto zunächst drei Sekunden über dem Streckenrekord von Michael Schumacher blieb, lag auf der Hand. (APA/red. 20.06.2014)

Erstes Freies Training, Freitag:

1. Nico Rosberg (GER) Mercedes 1:11,295 Min. 
2. Lewis Hamilton (GBR) Mercedes 1:11,435
3. Fernando Alonso (ESP) Ferrari 1:11,606
4. Felipe Massa (BRA) Williams 1:11,756
5. Jenson Button (GBR) McLaren 1:11,839
6. Sergio Perez (MEX) Force India 1:12,009
7. Nico Hülkenberg (GER) Force India 1:12,072
8. Valtteri Bottas (FIN) Williams 1:12,114
9. Kevin Magnussen (DEN) McLaren 1:12,313
10. Jean-Eric Vergne (FRA) Toro Rosso 1:12,364
11. Kimi Räikkönen (FIN) Ferrari 1:12,365
12. Daniil Kwjat (RUS) Toro Rosso 1:12,372
13. Daniel Ricciardo (AUS) Red Bull 1:12,570
14. Esteban Gutierrez (MEX) Sauber 1:12,984
15. Sebastian Vettel (GER) Red Bull 1:12,988

2. Session:

1. Lewis Hamilton (GBR) Mercedes 1:09,542 Min.
2. Nico Rosberg (GER) Mercedes 1:09,919 
3. Fernando Alonso (ESP) Ferrari 1:10,470 
4. Valtteri Bottas (FIN) Williams 1:10,519 
5. Felipe Massa (BRA) Williams 1:10,521 
6. Sebastian Vettel (GER) Red Bull 1:10,807 
7. Jenson Button (GBR) McLaren 1:10,813
8. Daniel Ricciardo (AUS) Red Bull 1:10,920  
9. Kevin Magnussen (DEN) McLaren 1:10,936 
10. Jean-Eric Vergne (FRA) Toro Rosso 1:10,972 
11. Kimi Räikkönen (FIN) Ferrari 1:10,974 
12. Daniil Kwjat (RUS) Toro Rosso 1:11,261

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    foto: reuters/szabo

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