Der private Drohnen-Detektor für den eigenen Garten

20. Juni 2014, 11:01
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US-Entwickler starten Kickstarter-Kampagne für Erkennungssystem

Wer Angst davor hat, von Drohnen ausspioniert zu werden, könnte bald ein persönliches Drohnen-Erkennungssystem sein Eigen nennen. Die US-Unternehmen Domestic Drone Countermeasures und APlus arbeiten nach eigenen Angaben seit einem Jahr daran. Nun wollen die Entwickler das Personal Drone Detection System im Feldversuch testen und haben dafür eine Kickstarter-Kampagne gestartet.

Zivile Drohnen

Das System richtet sich gegen jene Art von Drohnen, wie sie auch hierzulande im Elektrohandel erhältlich sind. Die kleinen Fluggeräte werden mit dem Smartphone gesteuert und können dank integrierter Kameras Luftaufnahmen machen. Neben dem Einsatz als privates Spielzeug werden zivile Drohnen bereits zur Inspektion schwer zugänglicher Gebiete eingesetzt und sollen in Zukunft auch kleine Pakete ausliefern. Amazon und die Deutsche Post haben Ende 2013 mit solchen Ankündigungen für Aufsehen gesorgt.

Erkennungsnetzwerk

Der erste Prototyp des Personal Drone Detection Systems besteht aus einem Kommando- und Kontrollmodul auf Linux-Basis und zwei Sensoren. Diese Geräte können ein Netz aufbauen, das die gängigen Steuersignale (1 MHz bis 6,8 GHz) von Drohnen erkennt und die Geräte mittels Triangulation ortet. Das Kontrollmodul kann mit Sensoren in bis zu 60 Metern Entfernung kommunizieren. Jeder Sensor kann Drohnen im Umkreis von etwa 15 Metern aufspüren. Um ein größeres Gebiet abzudecken, kann das System um mehrere Sensoren erweitert werden.

Alarm

Befindet sich eine fremde Drohne in Reichweite, ertönt ein Alarm und der Nutzer erhält eine Benachrichtigung auf sein Smartphone. So kann ein Hausbesitzer beispielsweise informiert werden, wenn sich eine Drohne in seinem Garten befindet, auch wenn er nicht zu Hause ist. Signale von bekannten Geräten können ausgeschlossen werden. Militärische Drohnen erkennt das System nicht.

Alpha-Test ab November

Mit dem Kickstarter-Projekt wollen die Entwickler nun Feedback sammeln. Sofern das Ziel von 8.500 US-Dollar bis 15. Juli erreicht wird, sollen die ersten Drohnen im November an die Personen ausgeliefert werden, die das Projekt mit mindestens 499 Dollar unterstützt haben. Bis Jänner will man den Alpha-Test abschließen und basierend auf den Erkenntnissen die zweite Generation des Personal Drone Detection Systems entwickeln. Der Beta-Test soll im April 2015 starten, im Mai will das Unternehmen internationale Beta-Testgeräte ausliefern.

Regelung für zivile Drohnen gefordert

Auch die EU beschäftigt sich mit den kleinen Fluggeräten. So hat EU-Verkehrskommissar Siim Kallas im April eine Regulierung ziviler Drohnen gefordert. Die Kommission will nun eine Folgenabschätzung durchführen. EU-Parlament und den Staaten sollen danach Vorschläge vorgelegt werden. (br, derStandard.at, 20.6.2014)

  • Zivile Drohnen kommen als Spielzeug und zur Sondierung schwer zugänglicher Gebiete zum Einsatz.
    foto: patrick pleul/dpa/apa

    Zivile Drohnen kommen als Spielzeug und zur Sondierung schwer zugänglicher Gebiete zum Einsatz.

  • Das Personal Drone Detection System erkennt zivile Drohnen.
    foto: aplus

    Das Personal Drone Detection System erkennt zivile Drohnen.

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