Alstom: Interessenten überbieten sich

20. Juni 2014, 17:17
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Siemens und MHI reagieren auf verbessertes GE-Angebot: Gesamtoffert steigt auf 14,6 Milliarden Euro

Zum Schluss ziehen die Bieter ihre besten Karten. Kaum hatte Siemens-Mitsubishi diese Woche sein Angebot für Alstom vorgelegt, konterte General Electric (GE) aus den USA. Das deutsch-japanische Gespann hatte dies offensichtlich vorhergesehen und erhöhte seinen Einsatz am Freitag noch einmal. Gleichentags waren sowohl Siemens-Chef Joe Kaeser als auch GE-Boss Jeffrey Immelt in Paris, um Staatspräsident François Hollande ihre Offerten zu erklären.

Diese gleichen sich mittlerweile recht stark. Und zum Teil haben sich die Vorzeichen fast gekehrt. Bisher wirkte das Projekt von Siemens und Mitsubishi kompliziert und knausrig. Jetzt bietet GE die Bildung von gleich drei Jointventures im Energiebereich an, etwa bei zentralen Dampfturbinen. Am Kaufpreis von 12,35 Mrd. Euro ändert Immelt hingegen nichts.

Gegenseitiges Hochbieten

Siemens und Mitsubishi bieten neu 14,6 Mrd. Euro. Die Japaner schlagen bei Dampfturbinen sowie Energienetzen und Wasserkraft nicht mehr drei unterschiedliche Jointventures, sondern eine allgemeingültige Beteiligung von 40 Prozent vor. Den Kaufpreis für diese zentrale Sparte erhöht Mitsubishi um 800 Mio. Euro. Siemens bietet seinerseits 400 Mio. Euro mehr für die Gasturbinen.

Auch im Transportbereich nähern sich die Angebote an. GE und Siemens bringen die hochrentable Signaltechnik ein; der deutsche Konzern, der die Frage der TGV- und ICE-Züge bisher auf später aufschieben wollte, ist nun bereit, ein Gemeinschaftsunternehmen mit Alstom einzugehen. All das sei das Resultat einer "Neubewertung", rechtfertigte Kaeser sein letztes Gebot. "Wir sind 2,3 Milliarden Euro besser, das ist ein Faktum" , sagte der Deutsche.

Außerdem werde die Eigenständigkeit Alstoms "in fast allen Geschäftsfeldern" erhalten. "Da müsste man dem Aktionär gut erklären, warum man das ausschlägt", folgerte Kaeser, wobei er sich an die Adresse von Altsom-Chef Patrick Kron wandte. Dieser scheint aber nach wie vor GE den Vorzug zu geben. Der Alstom-Verwaltungsrat will seinen Entscheid am Montag fällen. (Stefan Brändle aus Paris, DER STANDARD, 21.6.2014)

  • Der französische Hochgeschwindigkeitszug TGV: Ein Produkt aus dem Hause Alstom.
    foto: reuters/stephane mahe

    Der französische Hochgeschwindigkeitszug TGV: Ein Produkt aus dem Hause Alstom.

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