Klagenfurt: Sommernachtsalbtraum

20. Juni 2014, 07:01
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Shakespeares "Sommernachtstraum" in einer Bearbeitung von Autor Georg Rauber

Im Sommer müssen auch Weltautoren in Badehose antreten, und wenn der Lindwurm vor Lachen seinen Schwanz krümmt. Ganz sicher ist es zwar nicht, aber dass er ihm am Neuen Platz in Klagenfurt im Vorjahr fast abgeknickt wäre, könnte mit dem Theater Sommer zu tun haben: Von Anfang an eine Gratwanderung zwischen Veranstaltung und Verunstaltung, wird da ein großmeisterliches Bühnenwerk "aus der Fassung" gebracht.

Nach Molière, Wilde und Nestroy ist es diesmal Shakespeare. Zwar scheint dessen Sommernachtstraum konfus genug. Aber Autor Georg Rauber beweist als Bearbeiter, dass noch mehr Liebeswirren möglich sind, wenn man etwa einen Detektiv einführt, den alle aus verschiedenen Motiven gleichzeitig engagieren. Angewandte Chaostheorie im Stadthaus, nach der fraglich ist, ob man jemals noch einer klaren zwischenmenschlichen Empfindung fähig sein wird.

Wilhelm Prainsack führt erstmals Regie. Ihm stehen Marie Luise Neuschitzer, Eva Reinold, Jan Nikolaus Cerha und Jörg Reifmesser zur Verfügung. Die spielen die Geschichte des Geldsacks Theodor, der das Kreditinstitut von Hella übernimmt, deren Sohn Demetri wegen der Beziehungskiste mit Elena die Liaison mit Theodors Tochter Hermine vergeigt, die auf Musiker Alyxander abfahren will, als zwei Handwerker und Privatdetektiv Bob dafür sorgen, dass alles noch ganz anders funkt: Sommernachtsalbtraum eben. (elce, DER STANDARD, 20.6.2014)

Stadthaus Klagenfurt, bis 19. Juli, jeweils von Dienstag bis Samstag, Infos: 0680/311 10 05, 20.30

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