Gesetz der Serie versus Konstanz

19. Juni 2014, 19:01
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Frankreich und die Schweiz können sich nach ihren Auftaktsiegen in der Gruppe E vorzeitig einen Achtelfinalplatz sichern. Wettbüros, Franzosen und Schweizer sehen Les Bleus als Favoriten. Nur die Weltrangliste behauptet etwas ganz anderes

Salvador da Bahia - Wenn Frankreich im Fußball auf die Schweiz trifft, sehen die meisten Fans wohl die Équipe Tricolore als Favorit. Nicht anders die Wettbüros. Bei Bwin etwa bekommt man vor dem Duell der beiden Teams in Gruppe E (21 MESZ, ORF1) das 1,78-Fache des Einsatzes, setzt man auf einen französischen Sieg. 4,33 ist die Quote für einen Sieg der Eidgenossen. Dabei liegt die Schweiz in der Rangliste auf Platz sechs, elf Plätze vor Frankreich.

Die Nati hat in den letzten Jahren fleißig Punkte gesammelt, spielt zum dritten Mal in Folge bei einer WM. Teamchef Ottmar Hitzfeld sagt: "Wir haben in den vergangenen Jahren konstantere Leistungen als Frankreich gebracht." Weiter als bis ins Achtelfinale (2006) ging es freilich zuletzt 1954. Frankreich ist auch ziemlich regelmäßig bei Weltmeisterschaften, schnitt in jüngerer Vergangenheit aber höchst unterschiedlich ab. Seit 1998 (WM-Titel in der Heimat) kamen Les Bleus abwechselnd ins Endspiel, oder sie scheiterten in der Vorrunde.

Vor vier Jahren war der Tiefpunkt. Nach dem Rauswurf von Nicolas Anelka gingen die Spieler auf die Barrikaden. Einer der Rädelsführer des Aufstandes gegen den damaligen Teamchef Raymond Domenech war Patrice Evra. Frankreich schied nach der Vorrunde aus, Evra wurde danach für fünf Spiele gesperrt. 2014 ist der 33-Jährige wieder einer der Anführer. "Als ich nach meiner Sperre zurückgekommen bin, habe ich mir gesagt: Mach dich ganz klein. Aber das kann ich nicht. Ich bin ein Anführer." Als solcher will er sein Team ins Achtelfinale führen. Vorerst. Zumindest. "Ohne respektlos gegenüber den anderen sein zu wollen - aber der Gegner Nummer eins ist Frankreich." Die Gruppe E führt der Gegner Nummer eins nach dem 3:0 gegen Honduras vor der Schweiz (2:1 gegen Ecuador) an.

Mit einem Sieg könnten beide Teams schon ins Achtelfinale einziehen. Frankreich hat zwar keinen Franck Ribéry (wegen Rückenbeschwerden nicht im Kader), aber einen Karim Benzema. Der Stürmer von Real Madrid traf gegen Honduras zweimal, in seinen letzten sieben Länderspielen achtmal. "Ich fühle mich gut, kann alles auf dem Platz geben", sagt der 26-Jährige. Die Schweizer haben zum Beispiel Xherdan Shaqiri vom FC Bayern, oder Johan Djourou vom HSV.

Wiewohl der Verteidiger sagt: "Die Franzosen sind Favoriten, weil ihre Spieler in den größten Klubs spielen." Weltmeister war die Schweiz noch nie, Bwin gibt das 81-Fache des Einsatzes, sollte dies in Brasilien eintreten. Das 15-Fache gibt es für ein Titel der Franzosen. Dem Gesetz der Serie zufolge müssen sie ohnehin zumindest ins Finale. (rie, sid, DER STANDARD, 20.6.2014)

Gruppe E (2. Runde):

Schweiz - Frankreich (Freitag, 21.00 Uhr MESZ, Salvador, Arena Fonte Nova, SR Björn Kuipers/NED)

Schweiz: 1 Benaglio - 2 Lichtsteiner, 20 Djourou, 5 Von Bergen, 13 Rodriguez - 11 Behrami, 8 Inler - 10 Xhaka, 23 Shaqiri, 18 Mehmedi - 9 Seferovic

Ersatz: 12 Sommer, 21 Bürki - 3 Ziegler, 4 Senderos, 6 Lang, 22 Schär, 7 Barnetta, 14 Stocker, 15 Dzemaili, 16 Fernandes, 17 Gavranovic, 19 Drmic

Teamchef: Ottmar Hitzfeld (GER)

Frankreich: 1 Lloris - 2 Debuchy, 4 Varane, 5 Sakho, 3 Evra - 19 Pogba, 6 Cabaye, 14 Matuidi - 8 Valbuena, 10 Benzema, 11 Griezmann

Ersatz: 16 Ruffier, 23 Landreau - 13 Mangala, 15 Sagna, 17 Digne, 21 Koscielny, 12 Mavuba, 18 Sissoko, 22 Schneiderlin, 7 Cabella, 9 Giroud, 20 Remy

Teamchef: Didier Deschamps

  • Patrice Evra, Karim Benzema und Co. würden Jubelszenen wie diese sehr  gerne wiederholen.
    foto: epa/sebastiao moreira

    Patrice Evra, Karim Benzema und Co. würden Jubelszenen wie diese sehr gerne wiederholen.

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