"Neue Zürcher" beäugt Österreichs Markt der Wochenblätter

20. Juni 2014, 07:00
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Start Anfang 2015 zu erwarten - NZZ-Konzernchef Dengler vor Studenten am FH-Institut für Journalismus und Medienmanagement

Wien - Zwar engagieren Michael Fleischhacker und Mindworker Rudi Fußi längst Personal für einen Österreich-Ableger der "Neuen Zürcher Zeitung". Richtig konkret will der aus Österreich stammende NZZ-Konzernchef Veit Dengler aber auch Mittwochabend vor Studenten des Instituts für Journalismus und Medienmanagement der FH Wien nicht werden. Ein paar Hinweise lassen sich aus dem Kamingespräch aber ableiten.

Das Budget für das Projekt dürfte im einstelligen Millionenbereich liegen, eher im niedrigeren, lässt Dengler durchklingen. Das journalistische Personal könnte sich beim Start vorerst in Größenordnungen von zehn bewegen. Aber da ist für Dengler noch viel zu klären - und also noch weniger konkret als an anderen Stellen.

Anfang 2015 zu erwarten

Im ersten Quartal 2015, also in rund sechs Monaten, dürfte der Ableger starten, lässt sich aus Denglers Worten schließen. Das Budget (und die Besetzung) deuten eher auf digitale Aktivitäten hin. Der größere Teil der Inhalte dürfte vom Mutterschiff NZZ kommen.

Noch tüftelt das Team laut Dengler, welche Inhalte online gratis zugänglich sind und welche bezahlt - Dengler betont ja stets stark, dass er kostenlose journalistische Inhalte im Netz als Kardinalfehler der Branche sieht. Über Social Media und Suchmaschinen dürften die Inhalte drüben, also bei der Schweizer NZZ, wie hüben in Österreich zugänglich bleiben beziehungsweise sein.

"Falter", "profil" und Sonntagsmarkt

Die NZZ und ihr Österreich-Team beäugt nach Denglers Ausführungen aber nicht nur den digitalen Markt recht genau: Mehrfach erwähnt der Steirer den aus Zürcher Sicht nicht sehr stark besetzten Markt der Wochentitel und der Sonntagszeitungen. Der "Falter" fällt da häufiger als "profil".

Die deutsche „Zeit“ tauscht längst mit einigem Erfolg für eine Österreich-Ausgabe ein paar deutsche Seiten gegen Themen und Inseraten für den hiesigen Markt. Vertrieb am Sonntag würde etwa für eine allfällige Variante der „NZZ am Sonntag“ einerseits zusätzlichen Logistik- und Vertriebsaufwand bedeuten; andererseits träfe just das Printprodutkt auf die österreichische Variante des Sonntagsverkaufs - der eher einer Entnahme zum selbst gewählten Sonderpreis entspricht und damit dem Bezahlgedanken doch ein wenig entgegenstünde. (red, derStandard.at, 20.6.2014)

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