US-Notenbank: Gelddrucken als Droge

Kommentar19. Juni 2014, 18:46
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Die Fed scheut die Rückkehr zur Normalität

Die US-Notenbank reduziert ihr Programm zum Ankauf von Anleihen um zehn Milliarden Dollar. Das kann man als Weg in Richtung Normalisierung der amerikanischen Volkswirtschaft sehen. Es erscheint aber gerechtfertigt, darauf hinzuweisen, dass die Fed weiterhin 35 Milliarden Dollar in die Märkte pumpt - monatlich. Mit gedrucktem Geld gekauft, werden sich bald Wertpapiere im Volumen von vier Billionen Dollar im Depot der Notenbank befinden. Keine Frage, die US-Wirtschaft hat sich nach Ausbruch der Krise stärker und rascher erholt als beispielsweise Europa oder Japan. Doch das war bei jedem Aufschwung so - der konjunkturelle Beitrag des "Quantitative Easing" ist eher umstritten.

Unumstritten sind die Folgen für die Finanzmärkte. Die profitieren selbstredend von den stetigen Zuflüssen und kennen nur einen Weg: nach oben. Bisher zumindest. Die Angst vor Preisblasen kann Janet Yellen dennoch nicht nachvollziehen. Dass die Aktienmärkte ein Rekordhoch nach dem anderen feiern, besorgt sie nach eigenen Angaben nicht. Dass steigende Nahrungsmittel- und Energiepreise die Inflation in den USA bereits auf über zwei Prozent getrieben haben, wird von Yellen schlicht ignoriert.

Das verstärkt den Eindruck, dass die Notenbank die Rückkehr zur Normalität scheut, selbst wenn die Warnsignale nicht mehr zu übersehen sind. Gelddrucken ist eben eine Droge und Entzug mit Opfern verbunden. (Andreas Schnauder, DER STANDARD, 20.6.2014)

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