WWF schlägt Alarm wegen Tötung hunderter Elefanten in Mosambik

19. Juni 2014, 17:02
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Umweltschützer besorgt über blühenden Handel mit Stoßzähnen

Johannesburg - Umweltschützer schlagen wegen der Jagd auf Elefanten in Mosambik Alarm. Zwischen 2011 und 2013 seien im Norden des südostafrikanischen Landes schätzungsweise 480 bis 900 Elefanten getötet worden, teilte die Umweltschutzorganisation WWF am Donnerstag mit. Ein Eingreifen der internationalen Gemeinschaft sei dringend nötig.

Mosambik sei eine der Hochburgen "von Massakern an Elefanten und des Handels mit Elfenbein in Afrika". Der WWF hatte die Elefantenpopulation in der Region aus der Luft verfolgt. Im Nationalpark Quirimbas wurde demnach nahezu die Hälfte der von den Umweltschützern beobachteten Tiere Opfer von Wilderern. Nach Angaben der Parkverwaltung handelt es sich bei 80 Prozent der erlegten Elefanten um Jungtiere, die sich weniger vorsichtig verhalten als ihre älteren Artgenossen. "Der Handel mit Elfenbein explodiert", erklärte der Tierschützer Chande Baldeu von der Parkverwaltung.

500 Dollar pro Stoßzahn

Die Wilderer verkaufen das Elfenbein für 50 Dollar (37 Euro) pro Kilogramm an Zwischenhändler, das entspricht 500 Dollar pro Stoßzahn. Dies sei derart viel Geld, dass sich auch "Menschen, die normalerweise nicht wildern und keine Kontakte zu Händlern haben, daran versuchen, Elefanten zu erlegen".

Auch andere Tierschutzorganisationen hatten im vergangenen Jahr die Jagd auf Elefanten in Mosambik angeprangert. Pro Jahr werden ihren Angaben zufolge etwa tausend Dickhäuter in dem Land von Wilderern getötet. In Mosambik galt Wilderei bis vor Kurzem nicht als Straftat. Erst im April wurde ein neues Gesetz beschlossen, das Haftstrafen und hohe Geldstrafen vorsieht.

Artenschutzkonferenz

In Genf finden im Juli im Rahmen der internationalen Artenschutzkonferenz CITES Beratungen über den illegalen Handel mit Elfenbein statt. Die Dringlichkeit des Problems werde unterschätzt, monierte der WWF. "Die internationale Gemeinschaft muss insbesondere eine starke Botschaft an Thailand senden, das fast nichts tut, um den riesigen Markt für Elfenbein zu unterbinden." Nach Angaben von CITES wurden im vergangenen Jahr mehr als 20.000 afrikanische Elefanten wegen ihrer Stoßzähne gewildert. (APA/AFP, 19.6.2014)

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