Lage im Irak für US-Luftschläge zu chaotisch

19. Juni 2014, 13:20
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Sunnitische Rebellen können nicht von der lokalen Bevölkerung zu unterscheiden

Bagdad - Die unübersichtliche Lage im Irak lässt das US-Militär trotz Bitten der irakischen Regierung vor Luftschlägen zurückschrecken. Es sei schwierig, konkrete Ziele für Luftschläge auszumachen, schätzt US-Generalstabschef Martin Dempsey laut US-Medien die Lage ein.

Sunnitische Rebellen seien nicht von der lokalen Bevölkerung zu unterscheiden: "Man schaut nicht einfach auf ein iPhone-Video eines Konvois und schlägt dann sofort zu."

Die irakische Regierung hatte die USA offiziell gebeten, sie im Kampf gegen die Islamistenmiliz ISIS mit Luftschlägen zu unterstützen. Doch Dempsey bremst: Noch lägen nicht die nötigen Geheimdienstinformationen vor. Die militärischen Optionen würden derzeit weiterentwickelt und verfeinert - erst dann könne Präsident Barack Obama eine Entscheidung treffen.

In der chaotischen Situation bestehe außerdem die Gefahr, dass bei Luftschlägen irakische Militärs und Zivilisten getroffen würden, berichtet der arabische Nachrichtensender Al-Jazeera unter Berufung auf US-Militärs. Auch seien Luftschläge wenig sinnvoll, wenn es an Soldaten fehle, die nach einem solchen Angriff die Kontrolle übernehmen könnten. Außerdem sei zu befürchten, dass Drohnenangriffe die irakische Bevölkerung gegen die USA aufbrächten. Diese Erfahrung musste Präsident Obama bereits in Pakistan und im Jemen machen.

Neben den militärischen gibt es auch politische Bedenken in den USA, im Irak aus der Luft einzugreifen. Die US-Luftwaffe dürfe nicht von der schiitischen Regierung im Kampf gegen Sunniten instrumentalisiert werden, warnt David Petraeus, ehemaliger Oberbefehlshaber der US-Streitkräfte im Irak laut US-Medien. "Es muss ein Kampf des gesamten Irak gegen Extremisten sein." (APA, 19.6.2014)

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