Weltmeister Spanien als erstes Team ausgeschieden

18. Juni 2014, 23:26
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Starke Chilenen versetzen dem Titelverteidiger mit einem 2:0 den frühen Todesstoß. Südamerikaner fix im Achtelfinale

Rio de Janeiro - Es ist passiert: Welt- und Europameister Spanien ist bei der WM in Brasilien - als erster aller 32 Teilnehmer - schon in der Vorrunde gescheitert. Die erfolgsverwöhnte Furia Roja unterlag am Mittwoch im zweiten Spiel der Gruppe B gegen Chile in Rio de Janeiro mit 0:2 (0:2). Zum Auftakt hatte die Seleccion gegen die Niederlande mit 1:5 eine Demütigung hinnehmen musste.

Zum zweiten Mal nach 1950 (Italien) scheiterte damit ein WM-Titelverteidiger im nächsten Turnier schon nach zwei Spielen. Eduardo Vargas (20.) und Charles Aránguiz (43) trafen für die Chilenen, die sich neben den Niederlanden (3:2 gegen Australien) bereits für das Achtelfinale qualifiziert haben.

Am Montag (18.00 Uhr MESZ) kommt es in Curitiba zum Gipfeltreffen um den Gruppensieg, für den Chile einen weiteren Sieg benötigt, um einem eventuellen Duell mit Gastgeber Brasilien auszuweichen.

System ist System

Unter Trainer Vicente del Bosque, der die Mannschaft nach dem EM-Titel 2008 übernommen hatte, war die Furia Roja nie zweimal nacheinander als Verlierer vom Platz gegangen - mit dem Mut der Verzweiflung stemmten sie sich vor allem in der zweiten Halbzeit gegen das Aus.

Del Bosque hatte erneut auf das 4-2-3-1-System gesetzt, mit dem seine Mannschaft gegen die Niederlande ins offene Messer gelaufen war. Allerdings mit verändertem Personal: Xavi nahm auf der Bank Platz, für ihn spielte Pedro. Im Abwehrzentrum verlor Pique seinen Platz an Javi Martinez.

Casillas erneut unglücklich

Iker Casillas stand dagegen  zum 156. Mal im Tor der spanischten Nationalmannschaft - zum insgesamt 17. Mal bei einer WM. Das ist spanischer Rekord. Er bekam von Beginn an einiges zu tun, und sah zumindest beim 0:2 nicht gut aus: Vor dem Treffer von Aragnuiz hatte er dem Torschützen einen Freistoß von Alexis Sanchez vor die Füße gefaustet.

Chile begann stark und ließ mit ihrem bekannt aggressiven Stil den Spaniern keinen Raum für Ballstafetten. Der Weltmeister übernahm zwar die Spielkontrolle, kam aber kaum einmal zum Abschluss. Dafür zahlte sich das ständige Gegenpressing der Chilenen aus. Nach einer Balleroberung in der spanischen Hälfte passte Mauricio Isla zu Aranguiz, der bediente Vargas - der Stürmer des FC Valencia ließ Casillas ins Leere rutschen und brauchte nur noch einzuschieben.

Chile macht alles richtig

Danach verteidigte Chile effektiv, die Spanier probierten bis zum Ende alles, was an diesem Abend in ihrer Macht stand. Sergio Busquets vergab zudem in der 53. Minute eine riesige Chance zum Anschlusstreffer. Diego Costa hatte den Ball mit einem Fallrückzieher spektakulär zur Mitte gebracht, doch Busquets vermochte ihn aus kürzester Distanz nicht über die Linie zu schieben.

David Silva und Andres Iniesta hatten große Probleme beim Spielaufbau. Vor und nach dem 0:2 kamen die überspielt wirkenden Weltmeister immer häufiger einen Schritt zu spät, wie schon in ihrem ersten Spiel schienen die Spanier körperlich nicht ganz auf der Höhe zu sein. (sid/bausch - 18.6. 2014)

Fußball-WM 2014, Gruppe B (2. Runde):
Spanien - Chile 0:2 (0:2). Rio de Janeiro, Maracana-Stadion, 73.500, SR Geiger (USA).

Tore: 0:1 (20.) Vargas, 0:2 (43.) Aranguiz

Spanien: Casillas - Azpilicueta, Javi Martinez, Sergio Ramos, Jordi Alba - Busquets, Xabi Alonso (46. Koke) - David Silva, Iniesta, Pedro (76. Cazorla) - Diego Costa (64. Torres)

Chile: Bravo - Isla, Medel, Silva, Jara, Mena - Diaz, Aranguiz (64. Gutierrez) - Vidal (88. Carmona) - Alexis Sanchez, Vargas (85. Valdivia)

Gelbe Karten: Xabi Alonso bzw. Vidal, Mena

  • Iker Casillas blickt im vollen Maracana ins Leere.
    foto: apa/epa/weiken

    Iker Casillas blickt im vollen Maracana ins Leere.

  • Kein Durchkommen für  Andres Iniesta.
    foto: apa/taherkenareh

    Kein Durchkommen für  Andres Iniesta.

  • Ein Spitz von Mauricio Isla für den Torschützen Eduardo Vargas.
    foto: apa/epa/weiken

    Ein Spitz von Mauricio Isla für den Torschützen Eduardo Vargas.

  • Geht nicht hinein: Sergio Busquets vergibt Spaniens größte Chance.
    foto: reuters/moraes

    Geht nicht hinein: Sergio Busquets vergibt Spaniens größte Chance.

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