Brasilien: Krawalle in Sao Paulo nach Spiel England gegen Uruguay

Video20. Juni 2014, 14:20
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6.000 Demo-Teilnehmer - Polizei setzte Tränengas ein - derStandard.at zeigt Videos von den Demonstrationen der vergangenen Tage

Die Proteste rund um die Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien nehmen nicht ab. Immer wieder kommt es zu gewalttätigen Konfrontationen zwischen der Polizei und den Demonstranten.

In der WM-Stadt Sao Paulo ist es in der Nacht auf Freitag nach einem Protestmarsch zu Ausschreitungen und Konfrontationen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen. Maskierte Demonstranten schossen Feuerwerkskörper auf Polizisten. Schaufenster von Bankfilialen und einem Autohaus wurden eingeschlagen und zahlreiche Luxusautos demoliert.

Randalierer rissen zudem Mülleimer aus den Verankerungen und zündeten den Abfall auf der Straße an. Die Polizei setzte im Gegenzug Tränengas ein. Über Verletzte oder Festnahmen gab es zunächst keine Angaben. Hunderte Demonstranten hatten zuvor an einem Protestmarsch teilgenommen, um kostenlose Fahrscheine für öffentliche Busse und Bahnen zu fordern. Dabei wurde zeitweise eine Straße blockiert.

6.000 Teilnehmer

Die Veranstalter sprachen von bis zu 6.000 Teilnehmern. Die Demonstranten blockierten zeitweise die zentrale Einkaufs- und Bankenmeile Avenida Paulista. Die Proteste seien ein "Gegengewicht" zur Fußball-WM, sagte Mariana Toledo, eine Sprecherin der Gruppe. Die Öffentlichkeit könne zu wenig an dem Turnier teilhaben, Demonstrationen und Straßenverkäufe wurden eingeschränkt, fügte sie hinzu.


Videos, die Demos der letzten Tage aus Sicht der Demonstrierenden zeigen:

Die Polizei ging in Recife mit Gummigeschoßen und Tränengas gegen die Demonstranten vor.

storyful, instagram/gabrielmagoo

In Recife gab es am 17. Juni Proteste gegen neue Gebäudekomplexe in der WM-Stadt. Die Bürger wurden bei der Entscheidungsfindung komplett außen vor gehalten, so die Demonstranten. In Social Media wurde Material von der Demo mit dem Hashtag #OcupeEstelita verbreitet.

storyful, instagram/maevejinkings

In Curitiba wurde rund um das Match Iran gegen Nigeria protestiert. Lokalmedien berichten, dass die Demonstranten ins Zentrum vorrückten und dort Schaufenster zerschlugen sowie Anti-WM-Slogans riefen. Laut Staatsmedien wurden 14 Demonstranten festgenommen. Das Video zeigt die Festnahme von zwei Personen.

storyful, youtube hashtag news

Protest in Recife. Die Demos werden in den meisten Fällen mit Smartphones dokumentiert.

storyful, facebook/juliano dornelles

In Sao Paolo ging die Polizei mit Tränengas gegen eine kleine Gruppe von Demonstranten in der Nähe der U-Bahn-Station Ana Rosa vor. Die Menge wurde auseinandergetrieben, danach verbarrikadierte sich die Polizei in der U-Bahn-Station, die geschlossen war, weil die U-Bahn-Fahrer streikten.

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Storyful, Youtube, Carolina Matos

Am 15. Juni kam es rund um das Match Argentinien gegen Bosnien zu Auseinandersetzungen in der Nähe des Maracana Stadions in Rio de Janeiro. Die Polizei setzte Tränengas und Gummigeschoße ein und blockierte Straßen um Demonstranten davon abzuhalten, das Stadion zu erreichen.

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Storyful, YouTube, Fim de Jogo

Starkes Polizeiaufgebot auch in Rio de Janeiro, wo es immer wieder zu Zusammenstößen zwischen der Polizei und Demonstranten kam.

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Storyful, Instagram, rrznd

(APA/red, derStandard.at, 20.6.2014)

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