Dübel-König bekommt Erfinderpreis

18. Juni 2014, 12:11
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Der Dübel ist einer der am häufigsten verwendeten Bauteile der Welt, sein Erfinder sticht beim Europäischen Erfinderpreis Österreicher aus

Drei Österreicher haben es in die engere Wahl um die Verleihung des Europäischen Erfinderpreises 2014 geschafft. Nominiert waren Ingeborg und Erwin Hochmair für die Erfindung des mikroelektronischen Cochlea-Implantats und Robert Baldemair als Mitglied eines Ericsson-Teams für die Entwicklung des LTE-Mobilfunkstandards. Am Ende hat der "König der Dübel", der deutsche Unternehmer Artur Fischer, die Österreicher ausgestochen.  Am Dienstag wurde Fischer vom Europäischen Patentamt (EPA) mit dem "European Innovation Award 2014" für sein Lebenswerk ausgezeichnet.

Artur Fischer gilt mit über 1.100 angemeldeten Patenten und Gebrauchsmustern als einer der erfolgreichsten Erfinder aller Zeit. Neben dem nach ihm benannten Fischer-Dübel hat Fischer zum Beispiel das erste synchronisierte Blitzlichtgerät für Fotoapparate und mit den Fischertechnik Baukästen Kinderspielzeug erfunden. Der Dübel ist einer der am häufigsten verwendeten Bauteile der Welt: Täglich werden etwa 14 Mio. Dübel und Bolzen produziert.

Implantierbare Hörsysteme

Die Österreicher Ingeborg und Erwin Hochmair waren für ihre Erfindung des mikroelektronischen Cochlea-Implantats nominiert. Das Ehepaar gründete 1990 das Unternehmen MED-EL in Innsbruck, das mittlerweile mit 1.500 Mitarbeitern an 30 Standorten europäischer Marktführer und weltweit die Nummer zwei für implantierbare Hörsysteme ist.

Der Europäische Erfinderpreis 2014 wurde neben der Kategorie "Lebenswerk" noch in in den Kategorien "Industrie", "Forschung", "kleine und mittlere Unternehmen" (KMU) und "außereuropäische Staaten" vergeben.  In der Kategorie "Industrie" gewann das Team um Koen Andries aus Belgien und Jérôme Guillemont aus Frankreich vom belgischen Pharmaunternehmen Janssen Pharmaceutica, das Teil von Johnson & Johnson ist. Sie wurden für die Entwicklung des ersten wirksamen Medikaments gegen Tuberkulose seit 40 Jahren ausgezeichnet.

Tuberkulosemedikament

Die Preisträger in der Kategorie "KMU" kommen aus Dänemark. Peter Holme Jensen, Claus Hélix-Nielsen und Danielle Keller haben eine wasserfilternde Aquaporin-Membran, welche die Aufbereitung von Wasser in seiner reinsten Form ohne hohen und teuren Energieaufwand ermöglicht, erfunden.

In der Kategorie "Forschung" ging der Preis an Christofer Toumazou aus Großbritannien für einen DNA-Schnelltest zum Selbermachen. Der US-Amerikaner Charles W. Hull erhielt die Auszeichnung in der Kategorie "Außereuropäische Staaten" für die Erfindung des 3D-Drucks. (APA/red, derStandard.at, 18.6.2014)

  • Artur Fischer ist ein umtriebiger Mann. Der Dübel ist nur einer seiner vielen Erfindungen.
    foto: apa/bildfunk

    Artur Fischer ist ein umtriebiger Mann. Der Dübel ist nur einer seiner vielen Erfindungen.

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