Frauen in Games: "Oft nicht mehr als interaktive Sex-Objekte"

18. Juni 2014, 12:20
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Medienkritikerin Anita Sarkeesian prangert in neuer Videoserie Frauenbild in Spielen an

Das Frauenbild in Videospielen bleibt auch 2014 ein heiß diskutiertes Thema. Erst im Zuge der vergangenen Branchenmesse E3 kam Hersteller Ubisoft in die Kritik, nachdem gleich drei neu vorgestellte Werke ("Far Cry 4", "Assassin's Creed: Unity" und "Rainbow Six: Siege") weibliche Protagonisten vermissen ließen.

Die von der Dokuserie "Tropes vs. Women" bekannte Medienkritikern Anita Sarkeesian prangert in einer neuen Beitragsreihe namens "Women as Background Decoration" nun die Stellung von Frauen in Games an. Ihr Vorwurf: Zumeist dienten weibliche Charaktere in Videospielen lediglich der Dekoration.

Sex-Objekte

"Diese sexuell vergegenständlichten weiblichen Körper wurden so gestaltet, dass sie als Umgebungstexturen fungieren während sie den mutmaßlich heterosexuellen männlichen Charakteren schmeicheln", sagt Sarkeesian und spielt dabei gleichermaßen auf historische wie moderne Werke an. Ein Chauvinismus, der sich von den Games-Werbungen der 1980er-Jahre bis zu den heutigen Inhalten fortgesetzt habe.

"Manchmal werden sie auch erschaffen, um eine Art von glorifiziertem Mobiliar darzustellen, aber meistens sind sie nicht viel mehr als minimal interaktive Sex-Objekte, die genutzt und ausgenutzt werden sollen."

Unterstützung

Sarkeesian, die ihre feministischen Projekte über eine äußerst erfolgreiche Crowdfundung-Kampagne im Jahr 2012 finanziert, sah sich mit ihrem Erstbeitrag "Tropes vs. Women" massiven Anfeindungen ausgesetzt, die von Beschimpfungen bis zu Morddrohungen reichten. Beirren ließ sich die Bloggerin davon allerdings nicht und setzt sich seit dem stärker denn je für ein diversifizierteres Frauenbild in Videospielen ein.

Unterstützung erhält Sarkeesian durch gleichgesinnte, prominente Spielentwickler wie Neil Druckmann, dessen Survival-Drama "The Last of Us" eine Protagonistin abseits des Klischees zeichnet. Sein Beweggrund: Er wollte einen Charakter schaffen, mit dem sich auch seine eigene Tochter identifizieren kann. (zw, derStandard.at, 18.6.2014)

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Video: "Women as Background Decoration: Part 1"

  • "Diese sexuell vergegenständlichten weiblichen Körper wurden so gestaltet, dass sie als Umgebungstexturen fungieren während sie den mutmaßlich heterosexuellen männlichen Charakteren schmeicheln"
    foto: "hitman: blood money"

    "Diese sexuell vergegenständlichten weiblichen Körper wurden so gestaltet, dass sie als Umgebungstexturen fungieren während sie den mutmaßlich heterosexuellen männlichen Charakteren schmeicheln"

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