Gegen Wilderei: Tierschützer starten Enthüllungsplattform "Wildleaks"

18. Juni 2014, 11:50
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Nutzt Tor-Netzwerk zur Anonymisierung - bereits zahlreiche illegale Aktivitäten aufgedeckt

Zahlreiche Tierarten rund um die Welt sind bedroht. Neben dem Wegfall von Lebensraum durch menschliche Nutzung oder Umweltzerstörung oder Faktoren wie dem Klimawandel zählt auch Wilderei zu den nach wie vor akutesten Gefahren. Besonders bedroht durch illegale Jagd sind etwa Elefanten. In Reservaten fehlt es oft an finanziellen und personellen Mitteln, um dem Treiben ein Ende zu setzen.

Finanzielle Interessen stehen dabei im Vordergrund. Tierschützer wollen der Wilderei nun mit einer Enthüllungsplattform namens "Wildleaks" entgegensetzen, berichtet der Guardian.

Vorbild Wikileaks

Das offenkundige Vorbild ist Wikileaks, die von Julian Assange ins Leben gerufene Whistleblower-Seite. Gegründet wurde Wildleaks von Andrea Costa. Er hat selbst einst aufgedeckt, dass die radikalislamische, militante Terrororganisation al-Shabaab im Handel mit Elfenbein mitmischt.

Quellenschutz

Wildleaks ermöglicht die Übermittlung von Informationen über illegale Jagdtätigkeiten. Die Eingaben landen bei Experten, die Glaubwürdigkeit und rechtliche Relevanz einstufen und gegebenenfalls eine Untersuchung initiieren sollen. Auch die Weitergabe an Partner für weitere Klärung ist eine Option.

Man ist dabei bemüht, die Anonymität der Informanten weitmöglichst zu gewährleisten, da sich diese potenziell großer Gefahren aussetzen. Die Seite nutzt das Tor-Netzwerk, dazu gibt man eine Reihe von Tipps, damit die Hinweisgeber selbst zu ihrem Schutz beitragen können.

Alternative zu lokalen Behörden

Die Idee hinter Wildleaks ist es auch, eine Alternative zu örtlichen Behörden zu bieten, deren Verwicklung in derlei Machenschaften oft nicht ausgeschlossen werden kann. Primär soll die Plattform dazu beitragen, über die Dimension der weltweiten Wilderei aufzuklären und einen Beitrag zur Auffindung der Verantwortlichen zu leisten.

Bislang 24 Hinweise

Seit dem Start von Wildleaks vor drei Monaten sollen insgesamt 24 Hinweise eingegangen sein. Sie betreffen etwa die Jagd auf bedrohte Tigerarten, Löwen und Leoparden, illegalen Fischfang in Alaska oder den Handel mit Elfenbein in Chinas Finanzmetropole Hongkong. Wildleaks finanziert sich über Spenden und wird von der Elephant Action League unterstützt. (red, derStandard.at, 18.06.2014)

  • Dank Wildleaks konnten schon einige Fälle von Wilderei aufgedeckt werden.
    foto: reuters

    Dank Wildleaks konnten schon einige Fälle von Wilderei aufgedeckt werden.

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