Israel nahm 2011 freigelassene Häftlinge wieder fest 

18. Juni 2014, 11:42
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65 weitere Verhaftungen nach Entführung von Jugendlichen

Jerusalem/Ramallah - Sechs Tage nach der Entführung von drei jungen Israelis im Westjordanland hat die Armee weitere 65 Palästinenser festgenommen. Bei den meisten handelte es sich um ehemalige Häftlinge, die im Oktober 2011 im Austausch für einen fünf Jahre zuvor in den Gazastreifen verschleppten Soldaten freigelassen worden waren.

"65 Verdächtige wurden im Laufe der Nacht festgenommen, darunter 51, die 2011 im Austausch für Gilad Shalit auf freien Fuß kamen", teilten die israelischen Streitkräfte am Mittwoch mit. Bei diesem Gefangenenaustausch kamen 1.027 Palästinenser frei.

Mitglieder der Hamas

Das Armeeradio meldete, bei den meisten dieser erneut Inhaftierten handle es sich um Mitglieder der radikalislamischen Hamas-Bewegung, die die israelische Regierung für die Entführung verantwortlich macht. Die Schüler im Alter von 16 und 19 Jahren waren am Donnerstagabend auf der Landstraße zwischen Bethlehem und Hebron verschleppt worden, als sie zum Wochenende nach Hause trampen wollten. Sie besuchten Religionsschulen in jüdischen Siedlungen im Süden des besetzten Westjordanlandes.

Netayahu: "Deutliche Botschaft"

Israels Regierungschef Benjamin Netanyahu teilte am Mittwoch zum Stand der Suche nach den Jugendlichen mit: "Die nächtliche Festnahme von Hamas-Terroristen, darunter diejenigen, die bei der Shalit-Vereinbarung freikamen, sind eine deutliche Botschaft." Die anhaltenden Militäroperationen hätten "das Ziel, sowohl die verschleppten Jungen nach Hause zu holen, als auch die Hamas-Bewegung in Judäa und Samaria zu schwächen."

Seit die Entführung am Freitag bekannt wurde, hat die Armee nach eigenen Angaben etwa 240 Palästinenser festgenommen und rund 800 Häuser durchsucht. Auch zehn Einrichtungen der von der Hamas betriebenen Wirtschafts- und Wohlfahrtsorganisation Dawa wurden durchsucht. Die Armee gab zur Begründung an, diese diene den Islamisten "zur Rekrutierung, Kommunikation und Geldbeschaffung".

Abbas fordert Freilassung der Jugendlichen

Der palästinensische Präsident Mahmoud Abbas hat die Entführung der Jungedliuchen verurteilt und deren Freilassung gefordert. Die palästinensische Polizei arbeite in dem Fall mit Israel zusammen, "weil sie (die Entführten) menschliche Wesen sind und wir menschliches Leben schützen wollen", sagte Abbas am Mittwoch. (APA, 18.6.2014)

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