Stadler-Prozess: Unterbrechung während Aussage von Stadlers Gattin

18. Juni 2014, 11:23
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Verteidigung warf Staatsanwältin "gefährliche Drohung" gegen Hildegard Stadler vor

Wien - Aufregung und eine Unterbrechung hat der Prozess gegen Ewald Stadler wegen Nötigung am Mittwochvormittag gebracht. Die Verteidigung sah im Verhalten der Staatsanwältin während der Einvernahme von Stadlers Gattin Hildegard eine "gefährliche Drohung" gegenüber der Zeugin und forderte Konsequenzen der Richterin. Diese lehnte dies nach einer rund halbstündigen Unterbrechung ab.

Staatsanwältin Stefanie Schön hatte während der Einvernahme von Stadlers Gattin eine Protokollabschrift der Einvernahme beantragt - mit dem Hinweis, diese bei allfälliger Falschaussage zu benötigen. Die Verteidigung sah darin eine "gefährliche Drohung" gegenüber der Zeugin Hildegard Stadler und beantragte bei der vorsitzenden Richterin Andrea Philipp, Konsequenzen zu ziehen. Philipp unterbrach daraufhin die Verhandlung, um über den Antrag zu entscheiden. Die Staatsanwältin wies den Vorwurf der Drohung zurück.

Verteidigung gegen Staatsanwältin

Die Verteidigung Stadlers erklärte gegenüber der APA, sie wolle geklärt haben, ob die Staatsanwältin "in dieser Person" weiter für die Prozessführung tragbar sei oder ein anderer Vertreter der Staatsanwaltschaft entsendet werden müsse. Nach einer rund halbstündigen Pause nahm die Richterin die Verhandlung wieder auf und wies den Antrag der Verteidigung ab.

Zuvor hatte Stadlers Gattin ausgesagt, sie habe am besagten 22. Dezember 2006 mit ihrem Gatten von der Früh an bis zum Nachmittag Weihnachtseinkäufe getätigt. Die Frage ist deshalb relevant, da laut Aussagen des stellvertretenden FPÖ-Obmannes Johann Gudenus an diesem Tag zu Mittag ein Treffen mit Stadler und dessen Mitarbeiter Robert Stelzl in Wien stattgefunden haben soll, bei dem Stadler mit der Weitergabe der "Wehrsport"- bzw. "Paintball"-Fotos an die Medien gedroht haben soll. Stadler hatte erklärt, er sei bei diesem Treffen nicht dabei gewesen.

Beim Shoppen in Krems

Hildegard Stadler erklärte, sie habe den 22. Dezember mit ihrem Mann verbracht, am frühen Vormittag sei man in Krems einkaufen gewesen. "Ob wir dann auch noch nach St. Pölten sind, weiß ich nicht." Heimgekommen sei man im Laufe des Nachmittags. Den Tag habe sie jedenfalls durchgehend mit ihrem Gatten gemeinsam verbracht. In Wien sei sie am 22. Dezember nicht gewesen.

Vor der Einvernahme Hildegard Stadlers war der blaue Mandatar Werner Neubauer in den Zeugenstand geladen. Er berichtete von einem Treffen mit Stadler und weiteren Personen vom 5. Jänner 2007, bei dem Stadler die besagten Jugendfotos von FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache vorgelegt habe. Stadler habe erklärt, dass ihm diese Bilder zugespielt worden seien - und dass diese Fotos, wenn Medien und politische Mitbewerber diese zu Gesicht bekommen würden, das für die FPÖ ein "fatales Bild" darstellen könnte, so Neubauer. Stadler habe damals von ihm und den weiteren Anwesenden wissen wollen, wie diese Dinge gesehen wurden.

Motiv Listenerstellung?

Von Stadler gefragt, ob sich Neubauer noch an die Listenerstellung für die Nationalratswahl 2006 erinnern kann, bei der sich Stadler laut vorangegangenen Zeugenaussagen über die Nicht-Berücksichtigung seines Wunsches, auf Listenplatz drei gereiht zu werden, geärgert haben soll, sagte Neubauer, Stadler hätte damals auf Platz vier gereiht werden sollen. Er habe dann aber darauf zu seinen - Neubauers - Gunsten verzichtet. Daher sei es Stadler "sicher nicht" um die Absicherung seines Mandates gegangen, so Neubauer. (APA, 18.06.2014) 

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