FemCamp Weil Feminismus kein Luxus ist

18. Juni 2014, 10:46
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Von 20.-21. Juni 2014 findet in Wien zum zweiten Mal das FemCamp statt. Als offene Mitmachkonferenz stimmen die Teilnehmenden direkt vor Ort über die Inhalte ab

Was bei anderen Konferenzen fix vorgegeben wird, ist bei einem BarCamp offen konzipiert. Die Inhalte werden vor Ort bestimmt. Jede*r kann eine Session vorschlagen, halten oder besuchen. Lediglich die Rahmenbedingungen, wie die Dauer der Einheiten, das Mittagessen und die Pausen, sind vorgegeben. So sieht auch das Konzept des FemCamps Wien aus, das am 20. und 21. Juni im Aux Gazelles im 6. Bezirk stattfinden wird.

Mit einem feinen Unterschied, wie Mitorganisatorin Mahriah erklärt: „Die 08/15-BarCamps laden zwar offen ein, schlussendlich besteht aber die Mehrheit der Teilnehmenden und Vortragenden doch wieder aus Männern. Wir haben es satt, dass immer wieder die selben über immer gleiche Themen reden und wollen dieses Muster endlich aufbrechen.“ Das Ziel sei, Frauen* darin zu bestärken, sich und ihre Inhalte zu präsentieren. Einen Tag vor dem BarCamp gibt es daher schon Workshops für Frauen, Lesben, Inter* und Trans*-Personen (FLIT*) zur Vorbereitung.

„Feminismus soll für alle möglich sein“

„Wir versuchen besonders jene Menschen zu erreichen, die noch nie auf einem BarCamp waren“, sagt Mahriah. Den Organisator*innen ist daher vor allem der offene Zugang ein Anliegen. Das Camp ist kostenlos, findet in rollstuhlgeeigneten Räumen statt und keine*r ist gezwungen, Sessions zu halten. Es werden keine perfekten Vorträge erwartet, vielmehr steht der Erfahrungsaustausch im Mittelpunkt. Vor Ort wird ein Awareness-Team anwesend sein, um für alle Anwesenden einen möglichst sicheren Raum zu schaffen. Die Policy, die vom Team festgelegt wurde, werde auch durchgesetzt, betont Mitorganisatorin Sabrina. „Sich anständig anderen Leuten gegenüber zu verhalten – mehr ist es eigentlich nicht.“

Das FemCamp Wien steht unter dem Motto „Weil Feminismus kein Luxus ist“. „Feminismus soll für alle möglich sein“, erklärt Sabrina. Die Veranstaltung verfolge dabei einen queerfeministischen Anspruch. „Uns geht es um Gleichberechtigung. Aber es gibt mehr als die binäre Geschlechtereinteilung“, sagt sie. Mit ihrer Themensetzung stoßen die Organisator*innen aber auch auf Kritik. „Da wird zum Beispiel unser Hashtag auf Twitter übernommen und mit Blödsinn zugespammt. Das war schon letztes Jahr so“, erklärt sie.

Doch davon lassen sich die Organisator*innen nicht entmutigen. Sie wissen, dass das FemCamp Wien in vielerlei Hinsicht eine Vorreiter*innenrolle einnimmt. „Wir wollen ein Zeichen setzen und zeigen, dass ein buntes, vielfältiges und möglichst sicheres BarCamp keine Zauberei ist und keine Utopie bleiben muss. Wir wollen nicht warten, wir wollen die Utopie jetzt.“ (Jelena Gučanin, 18.6. 2014, daStandard.at)

FemCamp Wien

Wann: 20.-21. Juni 2014 ab 9 Uhr

Wo: Aux Gazelles, Rahlgasse 5, 1070 Wien

Alle Infos: www.fem.camp

Eine Anmeldung ist nicht notwendig, aber gewünscht, um auf die Bedürfnisse der Teilnehmer*innen, wie Verpflegung und Kinderbetreuung, vorbereitet zu sein.

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