Pendlerrechner neu startet kommende Woche

18. Juni 2014, 10:15
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Nach heftiger Kritik am Vorgängermodell soll der Pendlerrechner realitätsnäher sein, gestartet wird am 25. Juni

Wien - Der Pendlerrechner wurde bekanntlich nach Kritik der niederösterreichischen Arbeiterkammer geändert. Grund für die Anpassung: Laut der AKNÖ litt der Rechner unter massiven Schwachstellen, die vor allem zulasten der Pendler gegangen seien. Am Mittwoch kommender Woche wird die Neuversion nun online gehen.

Bei den AKNÖ-Steuerexperten waren in der alten Version zahlreiche Beschwerden eingegangen: Aufgrund falscher Kilometerberechnungen und teils abenteuerlicher Wegstrecken, die als Basis für die Pendlerpauschale herangezogen wurden, sei den Pendlen Geld entgangen, auf das sie eigentlich Anspruch hätten.

"Da ging es nicht mehr um eine Kleinigkeit. Wir sprechen hier von mehreren hundert Euro, die so vielen Pendlern vorenthalten wurden", hatte AKNÖ-Präsident Markus Wieser das Ausmaß erklärt.

Realitätsnähere Abbildung

Das Finanzministerium will den Rechner nun "realtitätsnäher" gestaltet haben. Zu den Änderungen sollen etwa die Berücksichtigung von Park-and-ride-Anlagen in der Nähe zählen, Fußwege zählen nicht mehr zur Öffi-Strecke, und Autofahrzeiten sollen realistischer angenommen werden. Kritisiert worden war etwa, dass direkt neben einem Bahnhof lebende Arbeitnehmer vom Pendlerrechner mitunter zu weit entfernten Park-and-ride-Anlagen geschickt wurden. Und statt über Umfahrungsstraßen wurden die Routen häufig direkt durch in Stoßzeiten verstopfte Ortszentren geführt.

In Fällen, in denen sowohl eine reine Öffi-Variante als auch eine Park-and-ride-Variante zur Verfügung steht, soll nun ein näherer Park-and-ride-Parkplatz herangezogen werden. Wenn im Bereich der Zumutbarkeit sowohl eine reine Öffi-Variante als auch eine Park-and-ride-Variante zur Verfügung steht, wird bei geringem zeitlichem Unterschied die reine Öffi-Variante für die Berechnung herangezogen.

Fußweg und andere Grenzfälle

Fußwege vom öffentlichen Verkehrsmittel zur Arbeit beziehungsweise nach Hause sollen bei der Berechnung nicht wie bisher der Öffi-Strecke zugeordnet werden. Dadurch reduziere sich diese, wodurch in Grenzfällen der Pendler eher Anspruch auf das große Pendlerpauschale habe.

Außerdem werde die Auswahl von Hin- und Rückfahrt strecken- statt zeitabhängig geschehen: Wenn im Rahmen der Unzumutbarkeit Hin- und Rückfahrt unterschiedlich lang sind, soll künftig nicht mehr auf die längere Zeitdauer, sondern auf die entfernungsmäßig weitere Strecke abgestellt werden. Da die Pendler überwiegend zu Stoßzeiten pendeln, wird die hinterlegte Durchschnittsgeschwindigkeit für Pkw-Fahrten "etwas reduziert".

Die Frist zur Abgabe der Erklärung wird bis 30. September verlängert (ursprünglich 30. Juni). Jene, die das Formular bereits abgegeben haben, von den Änderungen jedoch profitieren würden, können die Erklärung erneut abgeben. (red, derStandard.at, 18.6.2014)

Mit dem vom Finanzministerium bereitgestellten Pendlerrechner wird ermittelt, wie viel Pendlerpauschale den betroffenen Arbeitnehmern zusteht. Je nach Wegstrecke vom Wohnort zur Arbeit und abhängig davon, ob ein öffentliches Verkehrsmittel zur Verfügung steht, macht das Pauschale zwischen 31 und 306 Euro monatlich aus.

  • Die Autofahrzeiten sollen nun realistischer angenommen werden. Getestet werden kann ab Mittwoch.

    Die Autofahrzeiten sollen nun realistischer angenommen werden. Getestet werden kann ab Mittwoch.

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