Zweifel an Ziesel-Umsiedelung

    18. Juni 2014, 13:08
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    Aktivisten kämpfen für vom Wohnbau bedrohte Tiere

    Wien - Rund 800 Ziesel leben rund um das Heeresspital in Wien-Floridsdorf, eine der größten Populationen dieser gefährdeten Tierart in Österreich. Bevor dort 900 geförderte Wohnungen entstehen können, müssen die Tiere umgesiedelt werden bzw. freiwillig in Ausgleichsflächen wandern, die von den Bauträgern Kabelwerk und Donau City Wohnbau gepachtet worden sind.

    Kein Lebensraum für Nager

    Der Biologe Erik Pauer, Anrainer und Aktivist bei der IG Marchfeld, bezweifelt, dass die Umsiedelungsaktion funktionieren kann. Die vorgesehenen Flächen bestünden zum Teil aus schmalen Streifen am Kanal und seien deshalb als Lebensraum für die Nager, die steppenartigen Boden benötigen, ungeeignet. Werden die Flächen nicht gemäht, könnten die Ziesel auch nicht überleben.

    Pauer kritisiert, dass die Flächen einst umgewidmet worden sind, obwohl die Zieselkolonie bekannt war - und die Art nach EU-Vorschriften streng geschützt ist. "Die Tiere sind vom Aussterben bedroht, wie Löwe und Elefant", betonte er beim Wohnsymposium.

    Streng geschützte Art

    Vor allem aber ärgert sich Pauer über Vorwürfe, die auch beim Wohnsymposium erhoben wurden, dass nämlich die Tiere nur ein Vorwand für eigennützige Anrainer sind, die ihre idyllische Umgebung nicht verbaut sehen wollen. "Es sind nicht die Anrainer, es ist das Gesetz", sagt Pauer. "Das ist eine streng geschützte Art." (ef, DER STANDARD, 18.6.2014)

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      Ziesel sind gefährdet und streng geschützt - auch in Wien.

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