Belgiens Bank macht den Unterschied

17. Juni 2014, 20:26
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Algerien machte es dem Favoriten lange schwer, Wechselspieler Fellaini und Mertens sorgen nach Rückstand für 2:1-Erfolg der Roten Teufel

Belo Horizonte - Harte Arbeit: Das hocheingeschätzte belgische Team bezwang am Dienstag bei seinem ersten Auftritt bei der WM in Brasilien Außenseiter Algerien erst durch Tore der eingewechselten Marouane Fellaini (70.) und Dries Mertens (80.) Außenseiter Algerien mit 2:1 (0:1) in die Knie. Gegen das Defensiv-Bollwerk der Afrikaner präsentierte sich die Elf von Teamchef Marc Wilmots lange zu harmlos.

Während das drittjüngste WM-Team somit zum elften Mal in Folge ungeschlagen blieb, beendete Sofiane Feghouli immerhin eine lange algerische Durststrecke. Der Offensiv-Allrounder vom FC Valencia erzielte mit einem Foulelfmeter (25.) das erste WM-Tor für sein Land seit 1986.

Kein Raum

Die hoch veranlagten Belgier verzweifelten zunächst an der effektiven Defensive der Algerier, die die Jungstars um Eden Hazard (FC Chelsea) und Kevin De Bruyne (VfL Wolfsburg) ratlos zurückließ. In der Elfmeter-Situation ließ Jan Verthongen dann den schnellen Feghouli zunächst laufen und brachte ihn in der Folge bei einer langen Flanke völlig unnötigerweise zu Fall - Feghouli ließ Thibaut Courtois im Tor der Belgier keine Chance.

Die belgische Spielanlage war zu statisch und zu langsam, auch Fernschüsse von Verthongen und Axel Witsel brachten das algerische Tor kaum in Gefahr - der Favorite enttäuschte auf der ganzen Linie.

Veränderungen

Wilmots, der in der Innenverteidigung überraschend den schon 36 Jahre alten Daniel Van Buyten von Bayern München statt Thomas Vermaelen vom FC Arsenal aufbot, reagierte in der Halbzeit. Doch auch mit Mertens für Nacer Chadli und später Divock Origi für den völlig wirkungslosen Solostürmer Romelu Lukaku (58.) wurde es zunächst nicht besser. Belgien rannte kopflos an, die erste große Möglichkeit nach der Pause hatten sogar die Algerier: Der Kopfball von El Arbi Soudani verfehlte das Tor nur knapp.

Dann machte Wilmots, selbst Schütze des bis dahin letzten WM-Tors der Belgier (WM 2002), mit der Einwechslung von Fellaini alles richtig. Erst sorgte der Mittelfeldmann von Manchester United in der 66. Minute für die erste Chance der Teufel nach dem Wiederanpfiff, vier Minuten später war er dann mit dem Kopf zur Stelle und besorgte nach Flanke von De Bruyne den sehenswerten Ausgleich.

Endlich einmal Raum

Dem Wolfsburger gelang dann auch die wichtige Balleroberung vor dem 2:1, die den Belgiern erstmals einen flotten Konter ermöglichte. Da sah man, was in der Mannschaft steckt. Hazard legte mit Übersicht Mertens den Ball in den Lauf - und der ließ Keeper Mbolhi mit einem fulminanten Schuss keine Chance. Wilmots hatte alles richtig gemacht. (sid/red - 17.6. 2014)

Fußball-WM 2014, Gruppe H:
Belgien - Algerien 2:1 (0:1). Belo Horizonte, Estadio Mineirao, 55.000, SR Rodriguez (MEX).

Tore: 0:1 (25.) Feghouli (Foul-Elfmeter), 1:1 (70.) Fellaini, 2:1 (80.) Mertens

Belgien: Courtois - Alderweireld, Van Buyten, Kompany, Vertonghen - Witsel, Dembele (65. Fellaini) - Chadli (46. Mertens), De Bruyne, Hazard - Lukaku (58. Origi)

Algerien: Mbolhi - Mostefa, Bouguerra, Halliche, Ghoulam - Medjani (84. Ghilas), Bentaleb - Feghouli, Taider, Mahrez (71. Lacen) - Soudani (66. Slimani)

Gelbe Karten: Vertonghen bzw. Bentaleb

  • Dries Mertens, ein Teufel mit Herz.
    foto: ap/ammar

    Dries Mertens, ein Teufel mit Herz.

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