Bengasi-Anschläge: Libyen will Auslieferung des Hauptverdächtigen

18. Juni 2014, 15:58
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Justizminister: Ahmed Abu Khattalah soll in Libyen vor Gericht gestellt werden

Bengasi/Washington - Nach der Festnahme des mutmaßlichen Organisators der tödlichen Angriff auf das US-Konsulat im libyschen Bengasi hat der libysche Justizminister dessen Auslieferung verlangt.

Saleh al-Marghani bezeichnete die Festnahme Ahmed s, des Gründers und Führers der islamistischen Terrorgruppe Ansar al-Sharia, als Verletzung der Souveränität Libyens und forderte, dass er umgehend zurückgebracht werde, um dort vor Gericht gestellt zu werden.

Abu Khattalah war am Sonntag in der Nähe von Bengasi von US-Spezialeinheiten gefasst worden.  Er soll persönlich an dem Anschlag am 11. September 2012, bei dem der US-Botschafter Christopher Stevens und drei weitere Diplomaten ums Leben kamen. eteiligt gewesen sein.

Verhör auf US-Schiff

Die libysche Regierung wurde erst nach der  Festnahme informiert. Der Verdächtige wird an Bord eines Schiffes der US-Marine verhört und soll demnächst in die USA gebracht werden, gab Edward Price, Pressesprecher des Nationalen Sicherheitsrats, bekannt.

Unter Gaddafi inhaftiert

US-Präsident Barack Obama ließ in einer schriftlichen Stellungnahme verkünden, er habe den Spezialeinsatz genehmigt. Abu Khattala, der zwischen 40 und 50 Jahre alt sein soll, war unter dem gestürzten Regierungschef Muammar al-Gaddafi mehrere Jahre inhaftiert, weil er in islamistischen Gruppen aktiv war.

Unruhen befürchtet

Im Oktober 2013 hatten US-Spezialeinheiten in Libyens Hauptstadt Tripolis Nazih Abdul-Hamed al-Ruqai festgenommen, dem vorgeworfen wird, an den Bombenanschlägen auf US-Botschaften im Jahr 1998 beteiligt gewesen zu sein.

Die libysche Regierung hatte damals dem US-Einsatz zugestimmt, worauf es zu gewalttätigen Ausschreitungen kam. Laut "Washington Post" wurde deshalb der Zugriff auf Abu Khattalah, dessen Aufenthaltsort schon damals bekannt war, verschoben. (bed, derStandard.at, 17.6.2014)

  • Ahmed Abu Khattala auf einem undatierten Facebook-Bild
    foto: ap

    Ahmed Abu Khattala auf einem undatierten Facebook-Bild

  • Bengasi, 11. September 2012: Das US-Konsulat brennt.
    foto: epa/mustafa el-shridi

    Bengasi, 11. September 2012: Das US-Konsulat brennt.

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