Verletzter Höhlenforscher: Rettung bis Donnerstag oder Freitag

18. Juni 2014, 08:40
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Rettungsaktion in der Riesending-Schachthöhle kommt gut voran

Berchtesgaden - Die Rettungskräfte in der Riesending-Schachthöhle bei Berchtesgaden kommen bei der Bergung des verletzten Höhlenforschers weiter gut voran und stehen vor der Schlussetappe. Mittwochfrüh kam der Trupp mit dem 52-Jährigen vor dem Biwak 1 an, wie ein Sprecher der Bergwacht mitteilte.

Beim Biwak 1 ist die Basisstation, die den letzten Stützpunkt vor dem Ausgang der Höhle bildet. Nur noch rund 400 Meter trennen den Verletzten dort vom Tageslicht. Angesichts des hohen Tempos der Helfer soll die Rettung bis Donnerstag oder Freitag abgeschlossen sein. "Wir liegen perfekt im Zeitplan", sagte Stefan Schneider von der Bergwacht.

Die letzte Etappe

Während der Ruhepause im Biwak 1 sei vor allem das Team aus einer italienischen Ärztin, einem österreichischen Arzt und einer Rettungssanitäterin gefordert, sagte der Sprecher. "Sie werden alle medizinischen Checks vornehmen, um den Verletzten auf die letzte Etappe vorzubereiten."

Ungeachtet der großen Fortschritte bei der tagelangen Bergungsaktion warnte die Bergwacht vor Euphorie: "Die Retter sind angehalten, extrem langsam vorzugehen, um in diesem Abschnitt der Strecke eine Eigengefährdung durch Steinschläge zu vermeiden."

Über das weitere Vorgehen entschieden aber die Helfer in der Höhle, betonte der stellvertretende Vorsitzende der bayerischen Bergwacht. Es sei auch möglich, dass ihre Kräfte nachlassen und sie längere Pause einlegen müssten. "Wir an der Oberfläche, wir warten."

Internationales Team

Seit Freitagabend transportiert ein 15-köpfiges italienisches Höhlenretterteam den durch einen Steinschlag in 1.000 Metern Tiefe am Kopf verletzten 52-Jährigen auf einer Trage durch die unwegsame Höhle in Richtung Ausgang. Dutzende weitere Spezialisten aus Italien, Deutschland, Österreich, der Schweiz und Kroatien beteiligen sich ebenfalls an dem schwierigen Einsatz. Unter anderem bereiten sie die Route für ihre Kollegen vor.

Am Dienstag ließ das Transportteam das vorletzte von fünf eigens für die Rettung in der Höhle eingerichteten Biwaklagern in einer Tiefe von etwa 500 Metern hinter sich und nahm Kurs auf das höher gelegene Biwaklager 1.

"Er möchte mithelfen"

Schneiders Angaben zufolge versuchen die Retter den Patienten so ruhig und erschütterungsfrei wie möglich zu bewegen. Auf den ebenen Abschnitten werde die Trage mühselig vorangeschoben und -gehoben. Das Motto laute "Sicherheit, Schonung vor Schnelligkeit".

Der Patient sei laufend stabil gewesen, sagte Schneider. Nach den ihm vorliegenden Informationen aus der Höhle habe der Verletzte sogar darum gebeten, die Arme aus dem Schlafsack herausnehmen zu dürfen, der ihn auf der Trage wärme, um seine Retter beim Transport zu unterstützen. "Er möchte mithelfen."

Steile Schächte

Die Riesending-Höhle unter dem Untersberg bei Berchtesgaden an der Grenze zu Österreich ist die tiefste und länge Höhle Deutschlands. Sie besteht unter anderem aus teils über hunderte Meter steil abfallenden engen Felskaminen, unebenen Gängen und schlammigen Bachläufen. In der Höhle herrschen eisige Temperaturen lediglich knapp über dem Gefrierpunkt.

Der Forscher hatte durch einen Steinschlag in tausend Metern Tiefe ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten. (APA/red, derStandard.at, 18.6.2014)

  • Das Motto der Rettung lautet "Sicherheit, Schonung vor Schnelligkeit".
    foto: epa/bavarian mountain rescue

    Das Motto der Rettung lautet "Sicherheit, Schonung vor Schnelligkeit".

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