Bleivergiftung chinesischer Schüler auf "Bleistiftkauen" geschoben

17. Juni 2014, 14:59
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Verwaltungsbeamter löst mit unsachlicher Aussage Empörung aus - Chemiefabrik als eigentliche Ursache identifiziert

Peking - Der Anlass ist keineswegs zum Lachen: Bei über 300 Schülern in der chinesischen Provinz Hunan ist eine Bleivergiftung festgestellt worden. Laut einer Untersuchung gehen die erhöhten Bleiwerte im Blut der Schüler auf eine nahe gelegene Chemiefabrik zurück.

Zur Posse wurde jedoch, wie ein zuständiger Beamter darauf reagierte. Su Genlin, der Verwaltungschef der Ortschaft Dapu, erklärte nämlich: "Die Kinder der Schule benutzen Bleistifte und auf einem Bleistift herumzukauen kann auch zu einer erhöhten Konzentration (von Blei) führen."

Was wirklich im Bleistift steckt

Nicht nur Internetnutzer, sondern auch Staatsmedien äußerten daraufhin scharfe Kritik. "Es ist in der Wissenschaft wohlbekannt, dass Bleistifte mit Graphit hergestellt werden", schrieb etwa die "Volkszeitung". "Will dieser Beamte seine Ignoranz zur Schau stellen oder hat er keinen Respekt vor der Gesundheit der Bevölkerung?"

Auch viele Internetnutzer machten sich darüber lustig, dass Su offenbar nicht zwischen dem giftigen Schwermetall Blei und dem in Bleistiften verwendeten Graphit unterscheiden konnte.

Das Wort "Bleistift" hat historische Wurzeln: Zum einen verwendete man im Mittelalter auch Schreibgeräte aus Bleilegierungen. Zum anderen wurde Graphit lange Zeit für Bleierz gehalten, ehe man erkannte, dass es sich um eine Form von Kohlenstoff handelt. (APA/red, derStandard.at, 17. 6. 2014)

  • Mitteilung des Gesundheitsressorts: Dieses Schreibgerät führt nicht zu Bleivergiftungen.
    foto: reuters/jason lee

    Mitteilung des Gesundheitsressorts: Dieses Schreibgerät führt nicht zu Bleivergiftungen.

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