Österreichs hohe Kaufkraft zieht an

17. Juni 2014, 14:12
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Dunkin' Donuts, Urban Outfitters oder Tesla sind auf der Suche nach einem Standort in Österreich, gefragt sind vor allem Innenstadtflächen

Wien - Österreich ist bei internationalen Einzelhändlern aufgrund der hohen Kaufkraft sehr gefragt. Auf der Suche nach einem geeigneten Standort sind unter anderem die amerikanischen Firmen "Dunkin' Donuts" (Fast-Food), "Urban Outfitters" (Mode) oder "Tesla" (Elektro-Autos), sagte Walter Wölfler, bei CBRE für das Einzelhandelsgeschäft in Österreich und CEE zuständig, am Dienstag.

Schon fix ist eine Filiale des US-Dessous-Labels "Victoria's Secret" am Wiener Flughafen. Ebenfalls fix ist der erste Österreich-Standort der zum spanischen Inditex-Konzern gehörenden Marke "Massimo Dutti" in Wien. Auch das Berliner Label "Kauf dich Glücklich", das von Mode über Möbel bis Waffeln und Eis so ziemlich alles anbietet, hat sich einen Shop im 7. Bezirk in Wien gesichert. Auf Expansionskurs in Österreich befindet sich auch die deutsche Restaurantkette "L'Osteria", die von zwei Mitbegründern des deutschen Systemgastronomen "Vapiano" ins Leben gerufen wurde.

Auf der Suche nach freien Flächen

"Zahlreiche Labels sind auf der Suche nach freien Flächen in Österreich oder befinden sich kurz vor dem Markteintritt", so Wölfler. Gefragt seien vor allem Innenstadtflächen in Wien, Linz und Salzburg, Top-Shoppingcenter sowie Fachmarktzentren.

Nach Deutschland, Frankreich und Großbritannien liegt Österreich auf Platz 4 der Zielmärkte, in die Handelsfirmen in diesem Jahr expandieren möchten, geht aus einer aktuellen Befragung des Immobiliendienstleisters CBRE unter 150 europäischen, amerikanischen und asiatischen Einzelhändlern hervor.

Einen Trend zu kleineren Einzelhandelsflächen aufgrund des wachsenden Onlinegeschäfts kann der Immobilienexperte nicht erkennen. "Manche Branchen verkleinern die Flächen, andere gehen den umgekehrten Weg und werden immer größer", so Wölfler. Während etwa Media Markt, Saturn und Thalia übergroßen Filialen den Rücken kehren, gehen Bekleidungsketten wie H&M oder Zara immer mehr in die Fläche. Stationäre Einzelhändler ziehen ins Netz, reine Online-Händler eröffnen ihre eigenen Shops. Eine klare Trennlinie gebe es oft nicht mehr.

Unterschiedliche Bedürnisse

Denn auch die Bedürfnisse der Kunden sind in jedem Land anders: "Das klassische deutsche Einkaufszentrum wäre in Rumänien ein Flop", meinte Wölfler. Rumänen legten viel Wert auf Entertainment-Angebote. Auch Italiener, Spanier oder Türken seien "Shoppingcenter-Freaks", denen Unterhaltung und Gastronomieangebote sehr wichtig seien. Im Norden Europas, aber auch in Tschechien, spiele das eine weitaus geringere Rolle. Österreich befindet sich hier im Mittelfeld.

Am liebsten schlendern die Österreicher von Geschäft zu Geschäft - zumindest, wenn sie kein bestimmtes Produkt suchen. Suchen sie etwas Bestimmtes, wird im Internet gesucht. Auch bei Preis- und Qualitätsvergleichen hat das Internet die Nase vorne. Eine Sonderstellung haben die Österreicher bei Katalogbestellungen: Einer CBRE-Umfrage zufolge bevorzugen 16 Prozent der Befragten beim Kauf von Produkten die Katalogbestellung. "Das ist ein absoluter Spitzenwert in Europa", so Wöfler. (APA, 17.6.2014)

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