Drei Bärenwaisen bereiten sich auf ihre Auswilderung vor

Ansichtssache17. Juni 2014, 13:34
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In Serbien aufgegabelte mutterlose Tiere verbringen ihre Rehabilitationszeit in einer Bärenstation in Rumänien

Drei etwa fünf Monate alte Bären waren im März verlassen im Dorf Čulije in Südserbien, nahe der Grenze zu Montenegro, von Polizisten entdeckt worden. Weil das zuständige Ministerium über keine spezielle Einrichtung für die Rehabilitierung mutterloser Bären verfügt, wurden die Tara, History und Sleepy getauften Jungtiere nun mithilfe der Tierschutzorganisation Vier Pfoten in die Bärenwaisenstation Harghita im Norden Rumäniens gebracht.

Vorbereiten auf das Überleben

Wenige Tage nach ihrer Überführung nach Harghita scheinen sich die Jungbären bereits an ihr Übergangsrevier gewöhnt zu haben. Mit den Neuankömmlingen sind dort 26 junge Braunbären untergebracht, die sich bis zur Auswilderung oft mehrere Jahre in dieser geschützten Umgebung auf das Überleben in der freien Natur vorbereiten können.

Tara, History und Sleepy befinden sich weiterhin im Besitz Serbiens und sollen nach rund zweijähriger Rehabilitationszeit dorthin zurückgebracht und ausgewildert werden. Den steinigsten Abschnitt ihres Weges haben sie freilich schon hinter sich: Mit einem Gewicht von zum Teil unter drei Kilogramm wurden sie aufgelesen, ihre Mutter wurde wahrscheinlich getötet oder vertrieben.

Die ersten Monate wurden sie im Zoo Palic aufgepäppelt, doch dort hatten sie regelmäßigen Kontakt zu Menschen, der bei längerer Fortsetzung ihre Auswilderung nachhaltig erschwert hätte – deshalb nun die Überstellung in die 2004 eröffnete Bärenwaisenstation Harghita.

In vielen Regionen ausgestorben

"Die Bären können nun optimal auf ihr späteres Leben in der Wildnis vorbereitet werden. Wir sind zuversichtlich, dass sie sich gut entwickeln und tatsächlich ausgewildert werden können", sagt Carsten Hertwig, Bärenexperte bei Vier Pfoten.

Braunbären, die einst in ganz Europa heimisch waren, verteilen sich heute nur mehr auf Restpopulationen. In Mitteleuropa leben dank strenger Schutzmaßnahmen wieder ein bis zwei Dutzend Tiere im Alpenraum, die meiste Zeit verbringen sie auf österreichischem oder italienischem Gebiet. (red, derStandard.at, 17.6.2014)

foto: vier pfoten/mihai vasile
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