Rekord: 12.600 Studenten schlossen Studium an Uni Wien ab

17. Juni 2014, 12:13
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Steigerung um zwanzig Prozent - Rektor Engl fordert erneut "Mitterlehner-Milliarde"

Wien - An der Universität Wien gab es im Studienjahr 2012/13 einen Absolventenrekord. 12.600 Studenten haben ihr Studium abgeschlossen, das sind zwanzig Prozent mehr als vor einem Jahr. Im Studienjahr waren über 92.000 Studierende in 187 Studienprogrammen inskribiert, erklärte der Rektor der Universität Wien, Heinz Engl, bei einer Pressekonferenz am Dienstag.

79 Prozent Österreicher

Von den 12.600 AbsolventInnen sind 79 Prozent Österreicher, 17 Prozent EU-Bürger und vier Prozent Angehörige von Drittstaaten.

Die unter Ex-Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (ÖVP) ausgehandelte "Hochschulmilliarde" hat die Uni Wien 2013 über die Runden gebracht. Die Umsatzerlöse seien gegenüber dem Jahr 2012 von 521,9 auf 572,1 Millionen Euro gestiegen, so Rektor Engl. Diese Steigerung gehe weitgehend auf das Konto dieser "Töchterle-Milliarde".

Die von 2013 bis 2015 zur Verfügung stehenden zusätzlichen Mittel würden in etwa einem Inflationsausgleich über drei Jahre "plus ein wenig dazu für Investitionen in die Infrastruktur" entsprechen. "Das würden wir auch in der nächsten Leistungsvereinbarungsperiode 2016 bis 2018 brauchen - ich würde es dann 'Mitterlehner-Milliarde' nennen."

Die Umsatzerlöse setzen sich im Wesentlichen aus den Zuweisungen aus dem Uni-Globalbudget, den Drittmittelerlösen und den Studienbeitragsersätzen des Bundes zusammen. Die Einnahmen fließen die Mieten für die Gebäude der Uni sofort wieder an die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG).

Zehn Millionen für Verbesserungen

Investiert wurde etwa in die Verbesserung der Lehr- und Studiensituation in Mathematik, Naturwissenschaften, Technik und Informatik sowie in Massenfächern: Knapp zehn Millionen Euro wurden ab dem Studienjahr 2012/13 für die Verbesserung der Betreuungsrelationen, Studienorientierung und Laborerneuerungen ausgegeben. Unter anderem wurden etwa befristete Gastprofessuren in auslaufenden Diplomstudien geschaffen, um die erwarteten zusätzlichen Diplomarbeiten betreuen zu können. Zusätzlich 21,3 Millionen Euro wurden für Großgeräte inklusive Supercomputing ausgegeben, 5,7 Millionen Euro für Forschungsplattformen und sieben Millionen für die erforderliche Ausstattung für neuberufene Professuren.

Geld für Rekrutierung

"Warum brauchen wir mehr Geld für die Aufrechterhaltung des Status Quo?", fragte Engl rhetorisch: "Wenn Geräte nicht mehr ordentlich gewartet werden oder die Gebäude-Infrastruktur nicht aufrechterhalten werden kann, kann das, was wir in den letzten Jahren aufgebaut haben, schnell wieder zerstört werden." Durch die sinkende finanzielle Ausstattung der US-Forschung habe man zahlreiche Wissenschafter anwerben können - umgekehrt hätten aber ostasiatische Länder wie Singapur begonnen, vor allem in den Naturwissenschaften massiv Forscher zu rekrutieren. "Um hier mithalten zu können, brauchen wir weitere Investitionen."

Paradoxerweise braucht die Uni auch Geld für ihre Drittmittelprojekte: "Drittmittel kosten uns mehr Geld als sie bringen. Sie sind aber die Basis für kompetitive Forschungsprojekte", so Engl. Vom Fördergeber finanziert werden im Regelfall nur die direkten Kosten der aus Drittmitteln eingeworbenen Forschungsvorhaben, nicht aber die Nebenkosten zum Beispiel für Infrastruktur und Sachaufwendungen. (APA/red, 17.6.2014)

  • Heinz Engl: "Wenn Geräte nicht mehr ordentlich gewartet werden oder die Gebäude-Infrastruktur nicht aufrechterhalten werden kann, kann das, was wir in den letzten Jahren aufgebaut haben, schnell wieder zerstört werden."
    foto: apa/pfarrhofer

    Heinz Engl: "Wenn Geräte nicht mehr ordentlich gewartet werden oder die Gebäude-Infrastruktur nicht aufrechterhalten werden kann, kann das, was wir in den letzten Jahren aufgebaut haben, schnell wieder zerstört werden."

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