Kambodschaner flüchten aus Thailand

16. Juni 2014, 19:10
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Furcht vor Razzien gegen illegale Einwanderer

Bangkok - Rund 150.000 Kambodschaner haben bis Montag fluchtartig das benachbarte Thailand verlassen, nachdem die Militärjunta in Bangkok verschärfte Maßnahmen gegen die illegale Einwanderung angekündigt hat. Der Massenexodus hat laut Medienberichten vor etwas mehr als einer Woche eingesetzt.

Bis Montag zählten die kambodschanischen Behörden 150.000 Heimkehrer. Das entspricht fast der Gesamtzahl der Kambodschaner, die illegal in Thailand lebten - laut Internationaler Migrations-Organisation (IOM) bis zu 180.000 Menschen, berichtete AFP.

Nach Angaben der "Bangkok Post" zeigten sich thailändische Unternehmer beunruhigt wegen des drohenden Arbeitskräftemangels. Dies könne den wirtschaftlichen Aufschwung im Keim ersticken.

Hunderttausende Arbeitsmigranten

Laut dem Bauunternehmer Thamrong Punyasakulwong sind 80 Prozent der Arbeiter im Wohnbausektor Migranten, die meisten aus Myanmar (Burma) und Kambodscha. Die Fertigstellung von Wohnhäusern könnte durch den Exodus verzögert werden. Thamrongs Schätzungen zufolge leben allein in Bangkok 300.000 Arbeitsmigranten.

Das thailändische Arbeitsministerium wies am Montag die Berichte, wonach ausländische Arbeiter auf Befehl der Militärjunta mit verschärften Razzien rechnen müssten, als grundlos zurück. Der Ministeriumsleiter Jeerasak Sukhonthachart erklärte, gegen illegale Arbeiter ohne Papiere werde wie bisher behördlich vorgegangen.  (APA, 16.6.2014)

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