Doppelte Bezüge von SPD-Chef Gabriel sorgen für Unruhe

16. Juni 2014, 18:16
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Wirtschaftsminister lässt sich auch Parteivorsitz abgelten

Berlin - Die deutschen Sozialdemokraten haben erneut erhöhten Gesprächsbedarf wegen der Entlohnung ihres Spitzenpersonals. Während vor einem Jahr noch die vielen Nebenverdienste des damaligen SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück diskutiert wurden, geht es nun um das Salär von Parteichef Sigmar Gabriel.

Wie jetzt bekannt wurde, lässt sich Gabriel, der auch Wirtschaftsminister und Bundestagsabgeordneter ist, seine Arbeit für den Parteivorsitz bezahlen. Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer erhalten für die Führung von CDU beziehungsweise CSU hingegen kein Geld.

Auch der ehemalige SPD-Vorsitzende Franz Müntefering hat den Parteivorsitz ehrenamtlich ausgeübt. Er bekam in dieser Zeit nur seine Abgeordneten-Diät und sagt heute: "Ich fühlte mich immer gut genug bezahlt."

Nahe an Merkels Gehalt

Gabriel erhält als Bundeswirtschaftsminister rund 14.000 Euro und eine Diät für Bundestagsabgeordnete, die für Minister allerdings auf die Hälfte reduziert ist - also 4126 Euro. Seine Aufwandsentschädigung für den Parteivorsitz muss er beim Bundestag melden. Dies tut er auch, er gibt die Einnahmen in der "Stufe 1" an, diese umfasst 1000 bis 3500 Euro monatlich.

Laut Bild am Sonntag sollen es 2000 Euro monatlich sein, damit würde Gabriel nur 1000 Euro unter Merkel liegen. Die Parteilinke Hilde Mattheis fordert von ihm einen Verzicht auf das SPD-Geld und erklärt: "Es wäre der eigenen Partei vermittelbarer." (bau, DER STANDARD, 17.6.2014)


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