Separatisten besetzten Zentralbankgebäude in Donezk

16. Juni 2014, 14:41
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Milizen wollen auch Staatskasse übernehmen - Nach Putin-Beleidigung: Lawrow will mit ukrainischem Kollegen nicht mehr reden

Kiew/Moskau - Prorussische Separatisten haben am Montag das Gebäude der ukrainischen Zentralbank in der östlichen Stadt Donezk besetzt. Die Besetzung sei seit über einem Monat vorbereitet worden, sagte ein Kämpfer in Tarnuniform und Schutzweste, Alexander Matjuschin, der Nachrichtenagentur AFP.

Derzeit werde mit Behördenvertretern die Übernahme der regionalen Finanzbehörden durch die selbsterklärte "Volksrepublik Donezk" vorbereitet. Vor dem Haupteingang standen fünf bewaffnete Separatisten, während Angestellte der Bank das Haus verließen.

Die Separatisten halten in Donezk und anderen Städten im Osten der Ukraine seit April zahlreiche Behördengebäude und Polizeiwachen besetzt. Die Regierung in Kiew versucht seit Wochen vergeblich, die von den prorussischen Milizen gehaltenen Städte wieder unter ihre Kontrolle zu bringen. Nach dem Abschuss eines ukrainischen Militärflugzeugs bei Luhansk, bei dem am Wochenende alle 49 Soldaten an Bord getötet wurden, droht eine weitere Eskalation des blutigen Konflikts, bei dem ohnehin bereits Hunderte Menschen getötet wurden.

Nichts zu besprechen

Russlands Außenminister Sergej Lawrow will mit seinem ukrainischen Kollegen Andrej Deschtschiza künftig nicht mehr reden. Der Grund: Der Diplomat hatte Russlands Präsident Wladimir Putin beleidigt.

"Es gibt nichts, was ich mit dieser Person noch zu besprechen hätte", sagte Lawrow am Montag der Agentur Interfax zufolge. Deschtschiza hatte im Gespräch mit Demonstranten in Kiew am Samstag Putin mit einem Begriff aus der Fäkalsprache belegt, wie ein Mitschnitt zeigt.

Lawrow kritisierte auch den ukrainischen Innenminister Arsen Awakow. Dieser habe sich bei antirussischen Protesten in Kiew "mit Extremisten verbündet", statt Attacken gegen die russische Botschaft Einhalt zu gebieten. Demonstranten hatten die Vertretung mit Eiern und Farbbeuteln beworfen und die Autos umgekippt. Sie werfen Moskau eine Unterstützung prorussischer Separatisten in der Ostukraine vor. (APA, 16.6.2014)

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