Wirtschaft kommt nicht in Fahrt

16. Juni 2014, 13:47
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Die Bank-Austria sieht keine kräftige Konjunkturbelebung in Österreich, der entsprechende Indikator stagniert

Nach dem moderaten Start ins Jahr 2014 mit einem Anstieg des BIP um 0,2 Prozent zum Vorquartal zeichnet sich vorerst weiter keine kräftigere Konjunkturbelebung in Österreich ab. "Der Bank-Austria-Konjunkturindikator hat sich auch im Mai mit aktuell 0,9 Punkten gegenüber dem Vormonat nicht verändert“, meint Bank-Austria-Chefökonom Stefan Bruckbauer und ergänzt: “Seit mittlerweile neun Monaten stagniert der Indikator auf einem Niveau, das aber ungebrochen eine Erholung der heimischen Wirtschaft mit verhaltenem Tempo anzeigt. Auch bis zur Mitte des zweiten Quartals 2014 hat sich am ruhigen Konjunkturverlauf nichts geändert, die nach wie vor erwartete kräftige Auffrischung hat noch nicht eingesetzt.“

Einzelne Komponenten des Indikators würden jedoch die Aussicht auf eine bald lebhaftere Wirtschaftsentwicklung stärken, so Bruckbauer. Sowohl die EU-Industriestimmung als auch die Zuversicht der heimischen Industrie hätten sich im Mai spürbar erhöht. "Ein Anstieg des Konjunkturindikators wurde nur durch eine starke Verunsicherung der österreichischen Konsumenten verhindert", so der Experte. Bisher vorliegende Einzelhandelsdaten sowie eine leichte Bewegung am Kreditmarkt würden trotz vorhandener Skepsis für eine Stärkung des Konsums sprechen. Zusammen mit den günstigeren Aussichten für die Industrie sei eine Belebung der Konjunktur noch für das laufende Vierteljahr in Sicht.

Verhaltener Start

"Für das 2. Quartal 2014 erwarten wir nach dem verhaltenen Start zu Jahresbeginn dank positiver Exportentwicklung, aber auch eines etwas lebhafteren Konsums, ein kräftigeres BIP-Wachstum von 0,6 Prozent zum Vorquartal", so Bruckbauer. Im 1. Quartal hatte das BIP laut Wifo nur um 0,2 Prozent gegenüber dem Schlussquartal 2013 zugelegt, für die Erstschätzung hatte man noch 0,3 Prozent errechnet. Mitte August kommt die Wifo-Schnellschätzung für das BIP im 2. Quartal.

Erst 2015 würden Investitionen und Privatkonsum die anhaltend kräftige Auslandsnachfrage als wichtigste Stütze des Wachstums in Österreich ablösen, so Bruckbauer: "Für 2015 sind wir optimistisch, dass der Aufschwung der Inlandsnachfrage ein Wirtschaftswachstum von 2,1 Prozent ermöglichen wird." Deshalb ließen die Bank-Austria-Experten die Prognose für 2015 unverändert. (red, derStandard.at, 16.6.2014)

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