Garagengegner blockieren Straße im Salzburger Frühverkehr

16. Juni 2014, 13:38
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Bürgerinitiative simulierte Lkw-Fahrten, die beim Abtransport des Gerölls aus dem Mönchsberg nötig werden würden

Salzburg – Als Protest gegen den geplanten Ausbau der Mönchsberggarage stoppten die Garagengegner am Montagmorgen zeitweise den Frühverkehr in der Sinnhubstraße in der Stadt Salzburg. Die Aktion sollte die Verkehrssituation während der Bauarbeiten simulieren: Pro Stunde sollen zwanzig Lkws in die Straße ein- und ausfahren, um das Geröll aus dem Mönchsberg abzutransportieren.

40.000 Lkw-Fahrten

Die Bürgerinitiative gegen den Ausbau der Mönchsberggarage hat die dadurch entstehende Verkehrsbehinderung hochgerechnet: Pro Stunde bedeute das zehn Minuten Stau. Bei der geplanten Arbeitszeit von 13 Stunden täglich würde der Verkehr zwei Stunden pro Tag und zwölf Stunden pro Woche behindert. Die Salzburger Parkgaragengesellschaft rechnet derzeit mit mindestens sechs Monaten für den Abtransport des Ausbruchmaterials. "Das ergibt eine Belastung von 40.000 Lkw-Fahrten und zirka 300 Staustunden", rechnet der Initiator der Demo, Roland Huber, vor.

Zudem drohe die Zerstörung des Landschaftsschutzgebietes Leopoldskroner Weiher. "Eine sechs Meter breite Straße soll hier gebaut werden, damit die Lkws im Gegenverkehr das Geröll abtransportieren können", kritisiert Huber.

Leichte Verkehrsbeeinträchtigung

Bei der Demonstration am Montag blockierten sechs Personen, die zusammengebunden mit einem sogenannten Gehzeug einen Lkw darstellen sollten, alle paar Minuten den Verkehr. Zwei weitere Aktivisten verteilten Gebäck und Flyer an Passanten. Der durch die Lkw-Fahrten entstehende Stau blieb aber aus: "Es gab eine leichte Verkehrsbeeinträchtigung, aber keinen Stau", heißt es vonseiten der Polizei.

Die Altstadtgarage im Mönchsberg soll um 650 auf insgesamt 2000 Stellplätze erweitert werden. 24 Millionen Euro soll der Ausbau kosten. Die Eigentümer der Salzburger Parkgaragengesellschaft – Stadt und Land im Verhältnis 60:40 – haben die Erweiterung der Altstadtgarage im Mönchsberg bereits beschlossen. Fraglich bleibt, ob noch ein Umweltverträglichkeitsverfahren durchgeführt wird. Derzeit wird in der Umweltabteilung noch ein Feststellungsverfahren durchgeführt. Wann dieses abgeschlossen sein wird, ist noch unklar. Umweltlandesrätin Astrid Rössler (Grüne) sieht darin keine Verzögerungstaktik: "Es ist ein sorgfältiges, rechtskonformes Verfahren." (Stefanie Ruep, derStandard.at, 16.6.2014)

  • Alle paar Minuten blockierten sechs Aktivisten in einem Gehzeug den Verkehr.
    foto: derstandard.at/stefanie ruep

    Alle paar Minuten blockierten sechs Aktivisten in einem Gehzeug den Verkehr.

  • Hier hinter dem Mönchsberg im Landschaftsschutzgebiet Leopoldskroner-Weiher soll ein sechs Meter breite Straße für den Abtransport des Gerölls entstehen.
    foto: derstandard.at/stefanie ruep

    Hier hinter dem Mönchsberg im Landschaftsschutzgebiet Leopoldskroner-Weiher soll ein sechs Meter breite Straße für den Abtransport des Gerölls entstehen.

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