Mit Samuraischwert auf laute Nachbarn losgegangen

16. Juni 2014, 14:08
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27-Jähriger schwang bedrohlich fernöstliche Waffe - "Hab' nicht immer nur gute Erfahrungen mit Menschen gehabt"

Wien - Weil er mit einem Samuraischwert auf seinen Nachbarn losgegangen war und diesen gefährlich bedroht haben soll, hatte sich am Montag ein 27-jähriger Mann im Wiener Straflandesgericht zu verantworten. Er stellte nicht in Abrede, die fernöstliche Waffe gezückt zu haben. Diese habe er aber nur zu seiner eigenen Sicherheit auf den Gang mitgenommen.

"Ich hab' nicht immer nur gute Erfahrungen mit Menschen gehabt", erklärte der Angeklagte. Zwischen ihm und seinem Nachbarn - einem 29 Jahre alten Familienvater - dürfte es in dem Wohnhaus in Wien-Favoriten schon länger "gegärt" haben. Zentraler Streitgegenstand: Das Gang-WC, das sich die beiden zu teilen hatten.

Im Hausgang lag Schutt

Darüber hinaus störten den Jüngeren die Renovierungsarbeiten, die der Nachbar mit seinem Schwager in seiner Wohnung durchführte. Es war laut, im Hausgang lag Schutt. Als es am 12. Dezember 2013 draußen wieder pumperte, reichte es dem 27-Jährigen. "Er hat das Schwert mit beiden Händen gehoben und ist auf uns zugekommen", berichtete der Nachbar als Zeuge Richter Christian Böhm.

Die bedrohten Männer zogen sich zurück und verständigten die Polizei. Als zwei Beamte eintrafen, hatte sich der Angeklagte wieder in seine Wohnung begeben. Auf das Klopfen der Polizei reagierte er mit einem neuerlichen Griff zum Schwert, ehe er die Tür aufmachte: "Wie ich die Polizisten gesehen hab', hab' ich es aber eh gleich fallen gelassen."

Die Beamten stießen in der Wohnung des 27-Jährigen neben dem Samuraischwert auf eine Machete und zwei Armbrüste. Die Verhandlung wurde zur ergänzenden Beweisaufnahme auf unbestimmte Zeit vertagt. (APA, 16.6.2014)

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