Hetzendorf-Modeschau: Ende gut, fast alles gut 

Ansichtssache16. Juni 2014, 12:50
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Die letzte Modeschau des Modestudiums in Hetzendorf – Studium geht in Linz weiter

Einmal durften sie ihre Kreationen noch über den Laufsteg schicken: Bevor das Modestudium der Kunstuni Linz in Wien-Hetzendorf mit diesem Semester ausläuft, versammelte sich auf der Terrasse der Grellen Forelle am Wiener Donaukanal noch einmal die Wiener Modeszene, um den Studierenden und ihren Entwürfen Beifall zu klatschen – und natürlich auch ihrer Professorin: Ute Ploier stand (nach Wally Salner & Johannes Schweiger) in den vergangenen Jahren dem Studium vor, das sich seit seiner Implementierung zu einer ernsthaften Alternative zum Modestudium an der Wiener Universität für angewandte Kunst gemausert hat.

Das wurde auch in der Abschlussshow deutlich, die durch eine witzige Inszenierung und teilweise richtig starken Kollektionen punktete. Wurde die Show der Angewandten vor zehn Tagen noch mit recht gemischten Gefühlen aufgenommen, gab es für die Hetzendorf-Studenten unisono Applaus.

In Linz beginnt's

Wehmut kam wenig auf: Vom Rektor der Kunstuni Linz, Reinhard Kannonier, konnte man nämlich erfahren, dass der Fortbestand des Studiums mittlerweile gesichert ist. Statt in Hetzendorf wird man allerdings in der Tabakfabrik in Linz ab kommendem Sommer- oder übernächstem Wintersemester (so genau steht das noch nicht fest) ein Bachelorstudium mit digitaler Schwerpunktsetzung anbieten. Ein Jahr später soll dann ein Masterstudium folgen. Also: Ende gut, fast alles gut. (Stephan Hilpold, derStandard.at, 16.06.2014)

foto: jürgen hammerschmid

Billie Lea Lang arbeitet in der Modistenklasse, lernt also Kopfbedeckungen zu produzieren. Ihre Kollektion widmete sie dem Thema Haare.

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In der Kollektion von Marie Louise Aulitzky spielt Handgestricktes eine große Rolle, durch das Zusammenspiel verschiedener Materialien soll ein harmonisches Ganzes entstehen.

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Stephanie Riza greift das Phänomen der albanischen Burrneshas auf, also von Frauen, die unter Absage sexueller Beziehungen innerhalb ihrer Familie die Rolle des Mannes übernehmen.

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Nina Dorfer fragt sich, wie die Hyperrealität Mode beeinflusst, und setzt in ihrer Kollektion auf Piktogramme und technisch generierte Bilder.

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"Die Medien reduzieren Frauen auf ihre Einzelteile", ist Johanna Pretsch überzeugt. In ihrer Strickkollektion setzt sie sich mit Unterwäsche auseinander.

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Clarissa Fritzsche hat eine sportliche Sommerkollektion für Frauen entworfen. Bei ihr dreht sich alles um die alte Surferkultur, die einst auf Hawaii entstanden ist.

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Eva Zar sorgt sich um das Überangebot an Informationen, mit denen wir heute alle konfrontiert sind. Hier ihre modische Auseinandersetzung damit.

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Monika Riedmüller hat mit einem eigens von ihr entwickelten Code Musikstücke in strukturierte Farbmuster umgesetzt.

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Risotto mit Roten Rüben und Calamari-Ringen: Diese Speise übersetzte Zsusanna Ender in fünf Outfits.

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Selina Rottmann hat rund um das Gegensatzpaar Held/Antiheld ihre Männerkollektion komponiert.

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Marie Stoisser hat sich am "Ende der Welt" umgesehen und dort ein Gefühl der Befreiung und Klarheit gefunden. Modisch sieht das so aus.

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Daryn Chook sieht sich als politische Modemacherin und hat ihre Kollektion jenen Ukrainern gewidmet, die jüngst ihr Leben lassen mussten.

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Katherina Diezl hat für ihre Kollektion Häuserfassaden fotografiert und diese in Strickmuster umgewandelt.

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Dalia von Wegen dekonstruiert Kleiderstereotype und hat eine Unisex-Kollektion entworfen, in der sie ihre arabische Herkunft und ihre Liebe zu Sailor Moon vereint.

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Moritz Gottschalk hat eine Art Familienaufstellung vorgenommen und sich in erster Linie vom Aufbau und der Materialität seiner Familienalben inspirieren lassen.

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Und weil's so schön war, bekam Professorin Ute Ploier am Ende auch noch ein paar Blümchen überreicht. Ihr Kommentar: "Ich hatte es fast befürchtet."

>> Das beste Stück...Nachgefragt bei Ute Ploier

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