Schumacher nicht mehr im Koma

16. Juni 2014, 11:52
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169 Tage nach seinem Skiunfall ist der siebenmalige Formel-1-Weltmeister Michael Schumacher von der Uniklinik Grenoble nach Lausanne verlegt worden. Dort wird der 45-Jährige nach Mitteilung der Familie "seine lange Phase der Rehabilitation" fortsetzen. 

Lausanne/Wien - Seit Anfang April hatte es kein offizielles Statement mehr über den Zustand von Michael Schumacher gegeben, der am 29. Dezember des Vorjahres beim Skifahren in Trois Vallées ob Meribel verunglückte und nach Grenoble in die Universitätsklinik geflogen worden war. Damals hatte Sabine Kehm, die Sprecherin der Familie, von "Momenten des Bewusstseins und des Erwachens" beim Deutschen berichtet. Davor und danach war von allen möglichen Experten behauptet worden, dass schon die Dauer des Komas keine positiven Prognosen für den ehemaligen Formel-1-Champion erlauben würden.

Die Ärzte in Grenoble hatten Ende Jänner damit begonnen, die Narkosemittel zu reduzieren und die Aufwachphase einzuleiten, nachdem Schumacher rund drei Stunden nach seinem Unfall notoperiert worden war. Er hatte sich bei dem Sturz trotz eines Helmes ein schweres Schädel-Hirn-Trauma zugezogen.

Dass Schumacher nun nach Lausanne in eine Rehabilitationsklinik verlegt wurde, gibt allgemein Anlass zu Optimismus. Fußballer Lukas Podolski, ein Freund Schumachers, hatte bereits am Samstag aus dem Trainingslager der Deutschen im brasilianischen Santo André mit der Hoffnung verbundene Grüße gesandt, "dass Michael eventuell noch das eine oder andere Spiel sehen kann. Wenn wir den Titel holen, dann können wir auch ihm ein Stück weit eine Freude machen."

Am Montag reagierte Podolski euphorisch: "Was für eine großartige Nachricht. Ich bin so froh und glücklich, als ich das gerade gehört habe", twitterte der Kölner in Diensten von Arsenal wenige Stunden vor der Deutschen WM-Auftakt gegen Portugal.

Genaue Informationen über Schumachers Zustand gab es am Montag allerdings nicht - und geht es nach Managerin Sabine Kehm, wird es auch demnächst keine geben. "Für die Zukunft bitten wir um Verständnis, dass seine weitere Rehabilitation außerhalb der Öffentlichkeit erfolgen soll" , hieß es in einem Statement.

Darin bedankte sich die Familie "ausdrücklich bei allen behandelnden Ärzten, Pflegern, Schwestern und Therapeuten in Grenoble ebenso wie bei den Ersthelfern am Unfallort", die "in diesen ersten Monaten hervorragende Arbeit geleistet haben". Der Dank der Familie gelte all den Menschen, "die Michael so viele gute Wünsche gesendet haben. Sie haben ihm sicher geholfen."

Willi Weber, bis 2010 Schumachers Manager, schlug in einem Interview mit Sky Sport News in die gleiche Kerbe: "Das ist eine ganz tolle Nachricht und ich hoffe, dass der Genesungszustand so weitergeht. Aber ich muss aufgrund der Verletzung zu bedenken geben, dass man schon noch ein paar Monate einrechnen muss." Ob der 72-Jährige über genaue Infos verfügt, blieb offen.

Ein wahres Twitter-Gewitter lösten die jüngsten Nachrichten bei diversen Formel-1-Teams aus, die sich dieser Tage in Spielberg versammeln, wo am Sonntag der Grand Prix von Österreich steigt. Niki Lauda twitterte nicht: "Ich freue mich wahnsinnig und warte schon seit Monaten auf positive Meldungen. Jetzt kann man nur hoffen, dass es schnell mit ihm in der Reha bergauf geht", ließ der Aufsichtsrat von Mercedes Motorsport vermelden. (sid, lü; DER STANDARD, 17.6.2014)

  • Über den genauen Zustand von Michael Schumacher ist nichts bekannt. Jedenfalls ist sein Aufenthalt in der Klinik von Grenoble nicht mehr  notwendig. Was immer das heißt.
    foto: reuters/ gentile

    Über den genauen Zustand von Michael Schumacher ist nichts bekannt. Jedenfalls ist sein Aufenthalt in der Klinik von Grenoble nicht mehr notwendig. Was immer das heißt.

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