Provider gehen gegen Vorratsdatenspeicherung bei Domains vor

16. Juni 2014, 11:24
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Gutachten soll überlange Speicherung von Registrar-Daten für .com und .net-Adressen kippen

Reicht ein Internetprovider die Registrierung einer sogenannten "generischen" Domain bei der Internet Cooperation for Assigned Names (ICANN) ein, müssen die Daten des Inhabers seit 2013 zwei Jahre über das Vertragsende hinaus gespeichert werden. Dagegen will der Verband der österreichischen Provider (ISPA) nun vorgehen.

Gutachten

Unter generischen Domains versteht man solche mit Adressendungen wie .com und .net, die nicht einem Land zugeordnet sind, wie dies etwa bei .at-Adressen der Fall ist. Die ICANN ermöglicht Ausnahmen von der Speicherpflicht, verlangt aber dafür ein Gutachten, welches darlegt, dass diese in Konflikt mit nationalem Recht steht.

ISPA sieht Speicherung in konflikt mit Recht

Ein solchehat die ISPA nun über eine auf Technologierecht spezialisierte Anwaltskanlei ertellen lassen. Festgestellt wird darin eine Unvereinbarkeit zwischen Datenschutz und Telekommunikationsgesetzen in Österreich und eben jener Speicherung, unabhängig von der aktuellen Diskussion rund um das Schicksal der Vorratsdatenspeicherung in Österreich im Allgemeinen.

Man spricht sich "auf allen Ebenen gegen die anlasslose Speicherung von Daten im Internet" aus, heißt es von ISPA-Generalsekretär Maximilian Schubert. Man sehe weder eine Gesetzesgrundlage, noch sonst ausreichende Begründungen. Man zeigt sich zuversichtlich, die ICANN von der eigenen Position überzeugen und somit österreichische ISPs von der Speicherpflicht befreien zu können. (red, derStandard.at, 16.06.2014)


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ICANN

ISPA

  • Per Gutachten will die ISPA die Speicherpflicht für österreichische Provider beim Registrieren von Domains kippen.
    foto: johnny bruggs / cc by 2.0 flic.kr/p/bnaxuz

    Per Gutachten will die ISPA die Speicherpflicht für österreichische Provider beim Registrieren von Domains kippen.

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