Schwerverkehrskontrollen: Fast 200 Übertretungen 

16. Juni 2014, 10:45
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Gefahrgut-, Lenk- und Ruhezeitbestimmungen nicht eingehalten 

Drasenhofen - Fast 200 Übertretungen haben Schwerverkehrskontrollen ergeben, die vergangene Woche von der Landesverkehrsabteilung Niederösterreich auf der B7 in Drasenhofen (Bezirk Mistelbach) durchgeführt wurden. Der Fokus lag auf Gefahrgut- und Abfallverbringungstransporten, berichtete die Landespolizeidirektion am Montag.

Bei dem Schwerpunkteinsatz waren bei insgesamt 102 Lkw-Chauffeuren Lenk- und Ruhezeit-, weiters 46 Gefahrgut- und 24 Abfallverbringungskontrollen durchgeführt worden. Dabei wurden laut der Bilanz vom Montag 131 Übertretungen der Gefahrgutbestimmungen, 47 der Lenk- und Ruhezeitbestimmungen, elf nach dem Kraftfahrgesetz (technische Mängel, Ladungssicherung, Überladungen) sowie sechs nach dem Abfallwirtschaftsgesetz in Zusammenhang mit der internationalen Verbringung von Abfällen festgestellt und bei der BH Mistelbach angezeigt. Es wurden 23 vorläufige Sicherheitsleistungen eingehoben und bei zwei Fahrzeugen die Kennzeichentafeln wegen Gefahr im Verzug abgenommen. Bei 13 Lkw gab es bis zur Behebung der Mängel eine Untersagung der Weiterfahrt.

Manipulation des Kontrollgerätes

Im Detail wurde u.a. einem kroatischen Lenker im Zuge einer Überprüfung der Tacho-Schaublätter die Manipulation des Kontrollgerätes in zumindest elf Fällen nachgewiesen. Der Mann hatte damit laut Polizei versucht, die Überschreitung der Lenkzeiten bzw. Unterschreitung der Mindestruhezeiten zu verschleiern. Er war geständig und gab zu Protokoll, die Manipulationen begangen zu haben, um mehr zu verdienen, weil er nach durchgeführten Fahrten bezahlt werde.

Unter dem Planen-Verdeck eines rumänischen Sattelanhängers wurden 26 Gebinde gefunden, die laut Beschreibung im Frachtpapier jeweils mit rund 1000 Liter "Protectiveoil" befüllt waren. Die Fracht mit Ursprungsland Polen wäre für einen Empfänger in Griechenland bestimmt gewesen. Bei einer Überprüfung des Öls wurde festgestellt, dass die Flüssigkeit in Geruch, Farbe und Konsistenz nach "mit Dieselkraftstoff gleichzusetzen ist".

Mischung aus Diesel und Schwerölkomponenten

Die Landespolizeidirektion: "Offensichtlich handelte es sich dabei um eine Mischung aus Diesel und anderen Schwerölkomponenten, die aus finanztechnischer Sicht nicht mehr als Kraftstoff einzustufen ist und für die nicht Mineralölsteuer zu entrichten ist. Tatsächlich landen derartige Gemische aber immer wieder auch auf Tankstellen vor allem in Südeuropa." Weil die Kennzeichnung als Gefahrguttransport fehlte, wurde die Weiterfahrt untersagt.

Bei einem weißrussischen Sattelanhänger platzte ein Reifen aufgrund seines schlechten Zustands unmittelbar im Zuge der Anhaltung mit einem ohrenbetäubenden Knall, berichtete die Polizei außerdem. (APA, 16.6.2014)

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