Afghanistan: Kandidat Abdullah mit Betrugsvorwürfen 

16. Juni 2014, 08:25
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Zahl der Wahlbeteiligten sei auf betrügerische Weise zustande gekommen

Kabul - Einen Tag nach der Stichwahl um das Präsidentenamt in Afghanistan hat der favorisierte Kandidat Abdullah Abdullah am Sonntag Zweifel an der Rechtmäßigkeit des Urnengangs erhoben. Die Zahl von rund sieben Millionen Wahlbeteiligten sei wahrscheinlich "auf betrügerische Weise" zustande gekommen, sagte der frühere Außenminister am Sonntag vor Journalisten in Kabul.

Außerdem forderte er den Rücktritt des Sekretärs der Unabhängigen Wahlkommission, Zia-ul-Haq Amarkhail. Dieser habe ungenutzte Stimmzettel am Wahltag verschwinden lassen.

Warnungen vor vorschnellen Urteilen

Die UNO hatte die Kandidaten aufgerufen, mit Vorwürfen zurückhaltend zu sein und den Behörden die nötige Zeit zu geben, den Ablauf der Wahl zu prüfen. Auch der US-Botschafter in Kabul, James Cunningham, sagte, die Kandidaten sollten sich vor vorschnellen Urteilen hüten, die nicht auf klaren Beweisen basierten.

Abdullah war in der Stichwahl am Samstag gegen den ehemaligen Weltbank-Ökonomen Ashraf Ghani angetreten. Die vorläufigen Ergebnisse der Wahl sollen erst am 2. Juli bekannt gegeben werden. Die Vereidigung des neuen Präsidenten ist für Anfang August geplant.

Die Wahl des neuen Präsidenten nach 13 Jahren Hamid Karzai als Staatschef ist eine Zeitenwende: Erstmals soll es eine Stabübergabe von einem gewählten Präsidenten des Landes zum nächsten geben. Karzai, der das Land seit dem Sturz der Taliban 2001 geführt hat, durfte nach zwei Amtszeiten nicht erneut kandidieren. (APA, 16.6.2014)

  • Präsidentschaftskandidat Abdullah zweifelt an der Rechtmäßigkeit der Zahlen über die Wahlbeteiligung.
    foto: ap photo/massoud hossaini

    Präsidentschaftskandidat Abdullah zweifelt an der Rechtmäßigkeit der Zahlen über die Wahlbeteiligung.

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