Iran gegen Afrikameister Außenseiter

15. Juni 2014, 18:07
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Der Iran strebt bei seiner vierten WM den ersten Sieg seit dem historischen 2:1 über die USA bei der Endrunde 1998 an. Erster Gegner in Gruppe F ist Afrikameister Nigeria. Die Terrorgruppe Boko Haram hat in der Heimat vor dem Spiel Anschläge angedroht 

Curitiba - Carlos Queiroz, einst Trainer von Real Madrid sowie der portugiesischen Nationalmannschaft, kümmert sich seit 2011 um die Belange des iranischen Teams. Der Portugiese, der in Mosambik geboren wurde, machte sich auf die Suche nach in Europa verstreuten Kickern mit iranischen Wurzeln. Torhüter Daniel Davari, ein in Deutschland geborener Sohn eines Iraners und einer Polin, wurde im Vorjahr erfolgreich gecastet. Aber auch mit dem 26-Jährigen, der in der kommenden Saison für Grasshoppers Zürich spielt, bleiben die Iraner in Gruppe F Außenseiter.

"Es wird so geredet, als gebe es in unserer Gruppe nur drei Mannschaften, aber das ist nicht einmal so schlecht", sagte Queiroz vor der Auftaktpartie am Montag (21 Uhr MESZ, ORF 1) in Curitiba gegen Nigeria. Der regierende Afrikameister ist klarer Favorit. Die Rolle als Underdog werden die Iraner freilich auch nicht bei den weiteren Duellen mit den Gruppengegnern Argentinien und Bosnien-Herzegowina los.

Die Iraner dürften ihr Spiel gegen Nigeria eher defensiv anlegen, Goalie Davari steht ein stressiger Arbeitstag bevor. Dennoch lebt bei ihrer vierten Endrundenteilnahme die Hoffnung auf den ersten Sieg bei einer WM seit 1998. Damals überraschte der Iran Gegner USA, das 2:1 in Frankreich war der erste Erfolg bei einer Endrunde gewesen. "Ich bin froh, dass es drei richtig harte Spiele werden", sagte Davari.

Die Nigerianer warten ebenfalls auf den ersten WM-Sieg seit 16 Jahren. In Frankreich standen die "Super Eagles" im Achtelfinale, 2002 und 2010 war schon nach der Gruppenphase Schluss. "Die Leute erwarten, dass wir als afrikanischer Champion gut spielen, den Kontinent repräsentieren", sagte John Obi Mikel von Chelsea. "Das schafft ein wenig mehr Druck, aber das sollte uns anspornen."

In Nigeria ist vor dem Auftaktspiel die Angst vor Terroranschlägen groß - vor allem im nordöstlichen Bundesstaat Adamawa. "Wir haben beschlossen, alle Public-Viewing-Stätten unverzüglich zu schließen", sagte ein Regierungssprecher nach entsprechenden Drohungen der radikalen Gruppierung Boko Haram.

Für viele Nigerianer sind öffentlich gezeigte Übertragungen aber oft der einzige Weg, die WM verfolgen zu können. Behörden befürchten, dass sich Fans nicht an die Vorgaben halten. (krud, sid; DER STANDARD, 16.6.2014)

Gruppe F (1. Runde):

Iran - Nigeria (Montag, 21.00 Uhr MESZ, Curitiba, Arena da Baixada, SR Carlos Vera/Ecuador)

Mögliche Aufstellungen:

Iran: 22 Davari - 20 Beitashour, 4 Hosseini, 5 Sadeghi, 23 Pouladi - 6 Nekounam, 14 Teymourian - 21 Dejagah, 11 Hadadifar, 7 Shojaei - 16 Ghoochannejhad

Ersatz: 1 Ahmadi, 12 Haghighi - 2 Heydari, 13 Mahini, 15 Montazeri, 17 Alnameh, 3 Hajsafi, 8 Haghighi, 18 Rahmani, 19 Beikzadeh, 9 Jahanbakhsh, 10 Ansarifard

Teamchef: Carlos Queiroz

Nigeria: 1 Enyeama - 5 Ambrose, 22 Omerou, 14 Oboabona, 13 Oshaniwa - 17 Onzai, 10 Mikel - 8 Odemwingie, 15 Azeez, 11 Moses - 9 Emenike

Ersatz: 16 Ejide, 21 Agbim - 2 Yobo, 3 Uzoenyi, 6 Egwuekwe, 12 Odunlami, 4 Gabriel, 20 Uchebo, 7 Musa, 18 Babatunde, 19 Nwofor, 23 Ameobi

Teamchef: Stephen Keshi

  • Irans Coach Carlos Queiroz trainierte schon Portugal und Real Madrid. Er nimmt die WM recht hoffnungsfroh in Angriff.
    foto: ap/noroozi

    Irans Coach Carlos Queiroz trainierte schon Portugal und Real Madrid. Er nimmt die WM recht hoffnungsfroh in Angriff.

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