Wien muss Lehrern rückwirkend Überstunden zahlen 

Bericht15. Juni 2014, 17:24
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VP befürchtet Zahlungen "in Millionenhöhe" - Keine offizielle Auskunft zur Summe 

Wien - Ein Urteil des Verwaltungsgerichtshofes (VwGH), das ein steirischer Lehrer im Frühjahr vergangenen Jahres erwirkt hat, wirkt sich derzeit auch auf das Wiener Bildungsbudget aus. Es geht um die Stundenanzahl, die Sonderschullehrer leisten müssen, wenn sie an Volksschulen, Mittelschulen oder Polytechnischen Schulen tätig sind. Das sind 21 (MS) oder 22 (VS) - die gängige Praxis in der Bundeshauptstadt war aber in den vergangenen Jahren eine andere: Sonderschullehrer mussten 23 Stunden arbeiten, weil sie dienstrechtlich nicht der Schule, sondern ihrer Verwendung als Sonderschullehrer zugerechnet wurden. Dabei müsste es vice versa sein, hat der VwGH festgestellt.

500 Lehrer betroffen

Das Urteil hat in Wien einigen Verwaltungsaufwand ausgelöst: Wie der zuständige Schulinspektor Rupert Corazza dem Standard sagte, habe man in den letzten Monaten jeden potenziell betroffenen Lehrer kontaktiert; etwa 2000 Mal kam eine Rückmeldung, etwas mehr als 500 Sonderschullehrer hätten dem VwGH-Urteil zufolge zu viel gearbeitet.

Für drei Jahre muss nun jede Überstunde nachberechnet und auch ausbezahlt werden. "Die meisten Lehrer sollten das Geld bereits auf dem Konto haben", sagt Corazza.

Wie viel Geld das durchschnittlich ist, dazu äußert sich Corazza nicht. "Das variiert extrem, je nach Dienstgrad." Auch eine Gesamtsumme, sagte der Schulinspektor dem Standard, kenne er nicht, er sei lediglich mit der Abwicklung der Fälle vertraut.

Anfrage an Oxonitsch

Die VP fürchtet freilich "Nachzahlungen in Millionenhöhe". Gemeinderätin Isabella Leeb vermutet außerdem, das Geld könnte andernorts eingespart werden, indem man etwa Kontingente für Pflichtschullehrer streicht - was Schulinspektor Corazza bestreitet. Leeb hat nun jedenfalls eine entsprechende Anfrage an Bildungsstadtrat Christian Oxonitsch (SP) gestellt. (Andrea Heigl, DER STANDARD, 16.6.2014)

  • Hunderte Lehrer bekamen zu wenig bezahlt. Im Stadtschulrat wird daher heftig gerechnet.
    foto: dpa

    Hunderte Lehrer bekamen zu wenig bezahlt. Im Stadtschulrat wird daher heftig gerechnet.

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