17 Strafanzeigen nach Fabrikeinsturz in Bangladesch eingebracht

15. Juni 2014, 15:07
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Beamte sollen illegalen Umbau genehmigt haben

Dhaka - Mehr als ein Jahr nach dem Einsturz des Rana-Plaza-Fabrikgebäudes in Bangladesch mit mehr als 1.100 Todesopfern haben die Ermittler 17 Strafanzeigen eingebracht. Die Anti-Korruptions-Behörde reichte am Sonntag Anzeigen gegen zwei Eigentümer des neunstöckigen Gebäudes nahe Dhaka sowie gegen drei Textilproduzenten, mehrere Architekten, Ingenieure und Verwaltungsbeamte ein.

Den Beschuldigten wird vorgeworfen, den ursprünglich als Einkaufszentrum geplanten Gebäudekomplex illegal in ein Zentrum für Textilfabriken umgewandelt zu haben.

Illegal Genehmigung erlangt

Rana Plaza sei von der Stadtverwaltung von Savar nahe Dhaka ursprünglich als sechsstöckiges Einkaufszentrum genehmigt worden, sagte ein Behördensprecher. Die Eigentümer hätten jedoch später auf illegale Weise die Genehmigung zur Umwandlung in ein zehnstöckiges Gebäude erlangt. Der Bürgermeister, Verwaltungsbeamte, Architekten und Eigentümer hätten sich "an keine der Bauvorschriften des Landes gehalten", indem sie das Gebäude aufgestockt und in einen Fabrikkomplex mit schweren Maschinen verwandelt hätten, sagte der Sprecher.

Am 24. April 2013 war der Rana-Plaza-Fabrikkomplex eingestürzt. 1.138 Textilarbeiter kamen ums Leben, mehr als 2.000 weitere Menschen wurden verletzt. Zahlreiche westliche Firmen hatten in den fünf Fabriken in dem Gebäude Kleider nähen lassen. In Bangladesch werden Textilarbeitern nur geringe Löhne gezahlt. Ermittlungen zufolge stürzte das Gebäude unter dem Gewicht der ungenehmigten Stockwerke und schwerer Maschinen ein.

Sollten die 17 Beschuldigten wegen Verstoßes gegen das Baurecht sowie Korruption verurteilt werden, drohen ihnen bis zu sieben Jahre Gefängnis. Gegen Dutzende weitere Verdächtige laufen in dem Fall Ermittlungen wegen Mordes. (APA, 15.6.2014)

  • Bei dem Fabrikseinsturz kamen mehr als eintausend Menschen ums Leben.
    foto: reuters/andrew biraj/files

    Bei dem Fabrikseinsturz kamen mehr als eintausend Menschen ums Leben.

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