Protest gegen Schweinezucht bei Konzentrationslager

15. Juni 2014, 12:36
38 Postings

Menschenrechtler beklagen Verletzung von Würde getöteter Roma

Prag - Dutzende Menschenrechtsaktivisten aus ganz Europa haben am Samstag gegen eine auf dem Gelände des früheren NS-Konzentrationslagers Lety im Südwesten Tschechiens errichtete industrielle Schweinezucht protestiert. "Wir sind hier, um die Würde der Opfer und ihrer Nachkommen wiederherzustellen", erklärte Benjamin Abtan von der Europäischen Antirassistischen Bewegung.

Die Gruppe tagte am Wochenende in der 75 Kilometer entfernten Hauptstadt Prag, um die vierte Ausgabe eines Marschs namens "Roma Pride" am 5. Oktober in 15 Ländern vorzubereiten.

Schweinezucht seit den 1970er Jahren

Im früheren NS-Zwangsarbeitslager Lety waren in den Jahren 1942 und 1943 etwa 1.300 Angehörige der Roma-Minderheit interniert. Fast 330 von ihnen, darunter mindestens 241 Kinder, überlebten die Lagerhaft in Lety nicht. Viele starben an Typhus oder verhungerten.

Der Großteil der Internierten wurde in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau gebracht und dort in den Gaskammern getötet. Die Schweinezucht auf dem KZ-Gelände in Lety gibt es seit den 1970er Jahren. Nach dem Ende des Kommunismus wurde sie privatisiert. Die Eigner würden nach eigenen Angaben umziehen, fordern aber staatliche Unterstützung dafür. (APA, 15.6.2014)

  • Ein Demonstrant platzierte das Bild eines KZ-Häftlings an den Zaun der Schweinezucht.
    foto: reuters/david w cerny

    Ein Demonstrant platzierte das Bild eines KZ-Häftlings an den Zaun der Schweinezucht.

Share if you care.